Jetzt ist klar, wann und wo der umstrittene Ex-Verfassungsschutz-Chef Maaßen Wahlkampf in Sachsen macht

Dresden - Dass der umstrittene Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen (56) in Sachsen im Wahlkampf mitmischen wird, war bekannt.

Ex-Verfassungsschutz-Chef Maaßen (56) kommt Anfang August nach Sachsen.
Ex-Verfassungsschutz-Chef Maaßen (56) kommt Anfang August nach Sachsen.  © Jörg Carstensen/dpa

Jetzt ist klar: Maaßen kommt Anfang August nach Radebeul und Großenhain - in die Wahlkreise von Landtagspräsident Matthias Rößler (64, CDU) und Sebastian Fischer (37, CDU). Die Sachsen-CDU hat dagegen wenig Lust auf Maaßen.

Zuletzt machte Maaßen nicht nur in Deutschland Schlagzeilen, weil er Beiträge von ultrarechten Verschwörungs-Webseiten teilte oder gegen deutsche Medien Stimmung machte.

Maaßen hatte vergangenes Jahr eine Koalitionskrise ausgelöst, weil er bezweifelte, dass es nach der Tötung eines Mannes am Rande des Stadtfestes in Chemnitz zu "Hetzjagden" bekommen sei.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (70, CSU) feuerte ihn, als Maaßen später Teile der SPD als "linksradikal" abkanzelte (TAG24 berichtete). Seit kurzem gehört CDU-Mitglied Maaßen der konservativen "Werteunion" an.

CDU distanzierte sich von Maaßen-Auftritten

Die Freude über Maaßens Auftritte hält sich bei der CDU in Grenzen...
Die Freude über Maaßens Auftritte hält sich bei der CDU in Grenzen...  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Deren Sachsen-Chef Ulrich Link bestätigte: "Herr Maaßen kommt am 1. August nach Radebeul." Zudem ist der ehemalige Verfassungsschutz-Chef am 8. August in Großenhain.

Die Kandidaten der beiden Wahlkreise, zu denen Radebeul und Großenhain gehören, zählen jeweils zum konservativen Flügel innerhalb der CDU. Rößler hatte 2016 einen "Aufruf zu einer Leit- und Rahmenkultur" mitverfasst - Patriotismus sei ihm eine Herzensangelegenheit.

Laut Ulrich Link gibt es derzeit Überlegungen für weitere Auftritte. "Es kann aber auch sein, dass es bei den zwei Terminen bleibt."

Der Landesverband der CDU hatte sich schon im April von Maaßen-Auftritten distanziert. Man habe ihn nicht eingeladen und plane nicht mit ihm, hieß es damals.

Sachsens SPD-Chef, Wirtschaftsminister Martin Dulig (45), kandidiert im gleichen Wahlkreis wie Landtagspräsident Rößler.

Bei Twitter bezeichnete Dulig Maaßen als „Kronzeugen von AfD, Pegida und Co“. Und weiter: „Selbst wenn es Rößler nutzen sollte, das wird Sachsen schaden. Ein Grund mehr klar zu sagen: Ich will meinen Wahlkreis Meißen 4 direkt gewinnen“, so Dulig.

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