Ziehen hier bald Flüchtlinge ein ?

Die große Dresdner Jugendherberge wird vielleicht zum Asylbewerberheim umfunktioniert
Die große Dresdner Jugendherberge wird vielleicht zum Asylbewerberheim umfunktioniert

Von Torsten Hilscher

Dresden - Ernste Zeiten verlangen unkonventionelle Maßnahmen. Darum können Asylbewerber jetzt auch in Jugendherbergen unterkommen - schlägt deren sächsischer Fachverband vor. Selbst die Kirchen sind inzwischen aufgewacht.

Die große Dresdner Jugendherberge liegt ideal: Kaum drei Gehminuten vom Postplatz am Zwinger entfernt, nebenan das Kulturhaus Maternistraße mit Theater und sozialen Einrichtungen, dicht dabei ein Konsum-Markt und fast sämtliche Straßenlinien der Stadt.

Noch will der Vorstandsvorsitzender des sächsischen Jugendherbergsverbands, Thomas Müller, keine genauen Angaben machen. Fest steht nur, dass drei Objekte angeboten wurden.

Und ein Sprecher sagte am Freitag am Amtssitz in Chemnitz:

Blick in das Zimmer einer Jugendherberge in Chemnitz. So ähnlich wären die Flüchtlinge in Dresden untergebracht.
Blick in das Zimmer einer Jugendherberge in Chemnitz. So ähnlich wären die Flüchtlinge in Dresden untergebracht.

„Wir wollen nicht schon vorher die Pferde scheu machen.“ Aber Dresden mit seinen Erfahrungen als Erstaufnahmezenttrum und kommunalen Asylheimen wäre ideal. Anders als in kleineren Gemeinden mit Jugendherbergen ist zudem die Gefahr von Protesten geringer, wenn auch nicht ausgeschlossen. Selbst die mögliche Mischung im Heim mit Touristen gelänge besser.

Denn: Eine beliebige Herberge belegt mit Flüchtlingen (34 Jugendherbergen insgesamt gibt es in Sachsen) irgendwo in einem Erholungsgebiet vertreibt eher Gäste.

Angefragt hat übrigens die Staatsregierung. Die sucht über ihre Immobilientochter SIB landesweit Immobilien. Rund 100 sind in der Prüfung!

Auch die Kirchen, Eigner umfangreicher Haus- und Landbestände, spielen inzwischen mit. Die evangelische Kirche bat soeben in einem Schreiben ihre Gemeinden, geeignet Räume auszumachen. Vor allem für Flüchtlinge mit bereits anerkanntem Bleiberecht. Da ist die katholische Konkurrenz bereits weiter.

„In unserem Bistum sind aktuell vier Pfarreien bekannt, in denen insgesamt rund ein Dutzend Flüchtlinge Unterkunft gefunden haben“, sagt Sprecher Michael Baudisch.

„Diese Pfarreien sind in den Regionen Leipzig, Dresden, dem Erzgebirge und in Zwickau gelegen.“

Foto: Eric Münch, Hendrik Schmidt


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