Junge Frau flieht nach Unfall aus Horror-Villa

Dresden - Nach einem nächtlichen Autounfall gerät eine junge Frau (Judith Neumann) auf der Suche nach Hilfe in eine abgelegene, unbewohnte Villa. Was sie dort sehen muss, lässt sie - wie das TV-Publikum - erschauern. Es geht um Mord, so viel, aber nicht mehr sei verraten.

Die Schauspieler Karin Hanczewski, Martin Brambach und Cornelia Gröschel (v.l.n.r.),bei bilden das neue Dresdner-Tatort-Team.
Die Schauspieler Karin Hanczewski, Martin Brambach und Cornelia Gröschel (v.l.n.r.),bei bilden das neue Dresdner-Tatort-Team.  © DPA / Robert Michael

Die junge Frau kann aus dem Horrorhaus fliehen und informiert die Polizei - Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) samt der Oberkommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie "Leo" Winkler (Cornelia Gröschel), letztere neu in der Dienststelle.

Die Polizei stellt dem Täter eine Falle, der kann jedoch unerkannt entkommen. Vorher noch verletzt er Gorniak lebensgefährlich mit einem Messer.

So ist die noch unerfahrene Leo Winkler mit den Ermittlungen erstmal auf sich allein gestellt.

Zusätzlich wird sie gequält von Schuldgefühlen, denn hätte sie, die Zeugin des Angriffs war, auf den Täter geschossen, wäre der Kollegin nichts geschehen.

Cornelia Gröschel als Kommissarin Leonie "Leo" Winkler. Im Hintergrund ihr Chef Schnabel (Martin Brambach, r.).
Cornelia Gröschel als Kommissarin Leonie "Leo" Winkler. Im Hintergrund ihr Chef Schnabel (Martin Brambach, r.).  © MDR/Wiedemann & Berg /Daniela Incor

Lohnt sich das Einschalten?

Unbedingt. Dieser Film mit Namen "Das Nest", inszeniert von Alex Eslam, gehört zu den stärksten "Tatorten" der zurückliegenden Jahre.

Zwar ist das Drehbuch von Erol Yesilkaya nicht ohne Schwächen, aber diese zu vernachlässigen halten wir für gerechtfertigt.

Es geht in der Geschichte um einen Serienmörder, das ist von Beginn an klar.

Kaum je in deutschen Krimis war das Böse so elementar verkörpert wie hier.

Dabei nimmt der Film höchst virtuos Anleihen von Psycho- und Horrorthrillern.

Dieser Killer ist in seiner nüchternen Selbstzufriedenheit diabolischer als fast alle, die wir zuvor gesehen haben. Bis in den Schlaf kann er einen verfolgen.

Mit Blick auf die Ermittler überzeugt vor allem das Damenduo Gorniak/Winkler.

Cornelia Gröschel gibt eine Polizistin voller Selbstzweifel, in deren Urgrund anscheinend existenzielle familiäre Probleme lauern, die sich in diesem ihrem ersten Film nur zurückhaltend ans Licht wagen. Misstrauen sich Gorniak und Winkler anfangs, wachsen sie zum Ende des Falles fest zusammen, denn von da an teilen sie ein Geheimnis.

Cornelia Gröschel, die aus Dresden stammt und die entlaufene Alwara Höfels alias Kommissarin Henni Sieland ablöst, ist in Spiel und Präsenz ein Gewinn für das Ermittlerteam. Vorausgesetzt, den Drehbuchautoren und Regisseuren gelingt es, das Niveau dieses Films zu halten. Keine einfache Aufgabe.

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