Juwelenraub im Grünen Gewölbe: Diamanten im Darknet angeboten?

Tel Aviv - Eine israelische Sicherheitsfirma hat nach eigenen Angaben Schmuckstücke aus dem Einbruch im Dresdner Grünen Gewölbe von Unbekannten angeboten bekommen.

Das Juwelenzimmer: Hier machten die Diebe große Beute.
Das Juwelenzimmer: Hier machten die Diebe große Beute.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Diese verlangten in E-Mails neun Millionen Euro für den Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens und den "Sächsischen Weißen". Dies bestätigte der Geschäftsführer der israelischen Sicherheitsfirma CGI, Zvika Nave, am Freitag. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, dass die Diamanten im Darknet angeboten wurden.

Die Firma ist nach eigenen Angaben mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sowie mit der Untersuchung des Einbruchs. Die Zahlung sollte demnach in der Internetwährung Bitcoin erfolgen.

"Alle Informationen wurden in Echtzeit an die Dresdner Staatsanwaltschaft übergeben", sagte Nave. Die E-Mail-Absender schrieben, ihre Nachricht sei nicht nachzuverfolgen, sie verwendeten verschiedene Verschlüsselungstechniken.

Das Achselband mit dem "Sächsischen Weißen" und der Bruststern des Polnischen Weißen Adler-Ordens gehören zu gut zwei Dutzend erbeuteten barocken Schmuckstücke aus Diamanten und Brillanten.

Zwei Unbekannte waren am frühen Morgen des 25. November mit Gewalt in das berühmte Schatzkammermuseum des 18. Jahrhunderts im Erdgeschoss des Residenzschlosses eingedrungen. Sie hatten ein Fenstergitter durchtrennt, das Fenster herausgestemmt, im Juwelenzimmer mit einer Axt Löcher in die Vitrine mit den prächtigsten Stücken gehackt und zugegriffen.

Der Coup, der weltweit Schlagzeilen machte, dauerte nur wenige Minuten. Als die Polizei eintraf, waren Diebe und Beute verschwunden.

Update 14.49 Uhr: Staatsanwaltschaft äußert sich

Die Staatsanwaltschaft Dresden hat sich aufgrund der aktuellen Schlagzeilen geäußert. Anders als im "Bild"-Bericht heißt es, dass die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden "die israelische Firma CGI nicht mit der Überprüfung des Sicherheitskonzeptes im Grünen Gewölbe oder mit sonstigen Ermittlungen beauftragt" hat.

Außerdem wurden keine Erkenntnisse weitergeleitet, dass der Firma der gestohlene Schmuck im Darknet angeboten wurde. "Seitens der Firma wurden keine Erkenntnisse an die Dresdner Staatsanwaltschaft oder die Polizei übermittelt."

Zu den erbeuteten Pretiosen gehört auch dieser wertvolle Bruststern aus Brillanten, Rubinen und Gold. Er wurde zwischen 1746 und 1749 gefertigt.
Zu den erbeuteten Pretiosen gehört auch dieser wertvolle Bruststern aus Brillanten, Rubinen und Gold. Er wurde zwischen 1746 und 1749 gefertigt.  © SKD/Jürgen Karpinski

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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