Häftlinge misshandelt, Hitler-Verehrung: Skandal um JVA wird immer schlimmer!

Dresden - Was ist los in der JVA Dresden? Die Ermittlungen nach der illegalen Veröffentlichung eines Haftbefehls bringen brisante Hitler-Verehrung von Bediensteten ans Licht. Zudem den Verdacht, dass sechs JVA-Beamte ausländische Gefangene misshandelt haben: Es gibt nun Hinweise auf acht möglicherweise strafrechtlich relevante Sachverhalte und zehn potenzielle Opfer.

Justizbeamte in der JVA Dresden: Die Ermittlungen rund um die Veröffentlichung eines Haftbefehls bringen so einiges ans Licht.
Justizbeamte in der JVA Dresden: Die Ermittlungen rund um die Veröffentlichung eines Haftbefehls bringen so einiges ans Licht.  © dpa/Matthias Hiekel

Das ergab die Auswertung der WhatsApp-Gruppe "G1", erfuhr TAG24 aus dem Justizministerium. G1 ist eine Abteilung der JVA Dresden. Dort im Zugangsbereich waren die Schließer tätig, gegen die wegen Körperverletzung im Amt ermittelt wird. Zudem gibt es Disziplinarverfahren.

Einer der Beschuldigten fiel bei den Ermittlungen zudem durch Sympathie mit dem Nationalsozialismus auf: Er postete am 28. August 2018 während seines Urlaubs zunächst ein Bild mit dem Text "Kameradschaftliche Grüße aus Braunau!", dann:

"Aber das geilste war, als wir mit den deutschen Schäferhunden durch Braunau marschierten, äh spazierten, hatten wir alle Aufmerksamkeit der Leute. Erstaunen und Begeisterung. Und dann kamen uns drei Kanaken entgegen die sofort die Straßenseite wechselten!"

Später nach der Bemerkung eines Mitglieds "... räumt auf in Braunau": "Das schaff ich nicht. Gegenüber dem Haus der Häuser befindet sich ein türkischer Barbier. Braunau scheint verloren ..." Gemeint ist offensichtlich das Geburtshaus von Adolf Hitler.

Daniel Z. (39) hatte den Haftbefehl durchgestochen. Auch wegen Körperverletzung im Amt wird gegen ihn ermittelt.
Daniel Z. (39) hatte den Haftbefehl durchgestochen. Auch wegen Körperverletzung im Amt wird gegen ihn ermittelt.  © Tino Plunert

Die Inhalte wurden durch ein Verfahren am Oberverwaltungsgericht bekannt. Der JVA-Beamte wehrte sich gegen die Beschlagnahme seines Handys - erfolgreich.

Auf dessen Smartphone wurden zudem Fotos von Gefangenen gefunden. Gruppenmitglieder räumten ein, dass schon früher solche Daten und Fotos ausgetauscht wurden. Bei einem weiteren Beamten besteht laut Justizministerium nicht nur Zweifel an seiner Verfassungstreue. Es gebe den Verdacht, dass er Bedienstete zur Schikanierung von Gefangenen angestiftet hat.

Ins Rollen gebracht wurden die Ermittlungen, nachdem Gruppenmitglied Daniel Z. (39) den Haftbefehl gegen einen ursprünglich Tatverdächtigen im Fall der tödlichen Messerattacke von Chemnitz in der Gruppe postete.

Blick in den Hof des Dresdner Knasts.
Blick in den Hof des Dresdner Knasts.  © Steffen Füssel
Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau. Aus dem Chat geht die Bewunderung für Hitler hervor.
Das Geburtshaus von Adolf Hitler in Braunau. Aus dem Chat geht die Bewunderung für Hitler hervor.  © dpa/Matthias Röder

Titelfoto: dpa/Matthias Hiekel

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