Aufnahmestopp verhängt! Vogel-Retter piepsen SOS

Dresden - Hier piept's gewaltig: Weil immer mehr junge Singvögel Hilfe brauchen, sind die Kapazitäten in der Wildvogel-Auffangstation in Kaditz derzeit erschöpft. Die Helfer mussten jetzt sogar einen Aufnahmestopp verhängen!

Leiterin Saskia Keller (33) versorgt einen kleinen Turmfalken.
Leiterin Saskia Keller (33) versorgt einen kleinen Turmfalken.  © Norbert Neumann

"Die Situation derzeit ist schon angespannt", sagt Leiterin Saskia Keller (33). Mehr als 100 Vögel befinden sich derzeit bei ihr und den drei Kolleginnen in Pflege. Krähe, Eichelhäher, Sperrling, Amsel oder Drossel: Alle brauchen Hilfe.

Schuld sei vor allem der Insektenmangel: "Die Vogeleltern finden nicht mehr genug Nahrung für ihren Nachwuchs. Deshalb füttern sie nur die stärksten Nachkommen." Die anderen werden aus dem Nest geschubst.

Besonders perfide sei aber der Einsatz von Taubenabwehrpasten. "Die Hersteller sagen zwar, die Paste sei für andere Vogelarten nicht gefährlich, aber das stimmt nicht. Wir hatten jüngst einen Mauersegler, der gleich zweimal behandelt werden musste, weil sein Gefieder erneut von der Paste verklebt war."

Keller und ihre Kolleginnen nehmen die Tiere sogar mit nach Hause. "Bis Sonnenuntergang müssen unsere Pfleglinge immer wieder gefüttert werden."

Wer jetzt einen Vogel findet, der augenscheinlich Hilfe braucht, soll folgende Tipps beachten: "Immer erstmal eine Weile beobachten, ob er nicht doch noch von den Eltern versorgt wird"; rät die Expertin. Ansonsten in einem Karton sichern und für alles Weitere die Vogelstation kontaktieren. Telefon 0172/645 43 12.

Derzeit reicht die Kapazität nicht mehr aus: Rund hundert Vögel werden derzeit betreut. Bufti Andreas Müller (33) baut neue Unterbringungen.
Derzeit reicht die Kapazität nicht mehr aus: Rund hundert Vögel werden derzeit betreut. Bufti Andreas Müller (33) baut neue Unterbringungen.  © Norbert Neumann

Titelfoto: Norbert Neumann


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