Serienzündler fackelte auch Auto von Feuerwehrmann ab

Neugersdorf - Unheimliche Brandserie in Ebersbach-Neugersdorf! Über Ostern brannte es sechsmal. Ein mutmaßlicher Feuerteufel steckte gleich drei Autos im Zweistundentakt an - darunter den Seat Leon eines Feuerwehrmannes. Der Kamerad hatte kurz zuvor noch selbst mit gegen die Flammen gekämpft...

Kamerad Jens Nieswandt (29) von der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach löschte am Abend selbst ein brennendes Auto. Stunden später stand sein eigenes in Flammen. Am Tag danach ist nur noch ein verkohlter Fleck zu sehen.
Kamerad Jens Nieswandt (29) von der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach löschte am Abend selbst ein brennendes Auto. Stunden später stand sein eigenes in Flammen. Am Tag danach ist nur noch ein verkohlter Fleck zu sehen.  © Petra Hornig

Schon am Samstagabend hatte im Ortsteil Ebersbach einen Citroën gebrannt, zwei Stunden später eine leer stehende Scheune Feuer gefangen. Beide Male löschte Kamerad Jens Nieswandt (29) mit. So wie auch das erste Auto-Feuer am Ostermontag!

"Wir kamen am Abend von der Geburtstagsfeier meiner Freundin heim, da schrillte mein Alarm-Pieper. An der Einsatzstelle brannte der Ford schon in voller Ausdehnung", berichtet der Löschmeister und hauptberufliche Blechbearbeiter.

Mit seinen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Ebersbach konnte er das Feuer (Georgswalder Straße) zügig löschen. Zwei Stunden später stand ein Seat Ibiza in Flammen (Goethestraße).

Die Kameraden aus Neugersdorf löschten den Brand. "Wir hatten dann noch über mögliche weitere Brände diskutiert. Alle waren müde. Ich bin dann gegen halb eins ins Bett gegangen", so Nieswandt.

Stadtwehrleiter Thomas Kriegel äußert sich

In der Nacht zum Ostermontag fackelte der Seat Leon des Löschmeisters an der Camillo-Gocht-Straße ab. Seine Kameraden löschten das Feuer.
In der Nacht zum Ostermontag fackelte der Seat Leon des Löschmeisters an der Camillo-Gocht-Straße ab. Seine Kameraden löschten das Feuer.  © LausitzNews.de/Jens Kaczmarek

Gegen zwei Uhr schrillte sein Pieper erneut, meldete einen Pkw-Brand - in seiner eigenen Straße. "Da dachte ich noch, in meiner Nachbarschaft, zog mich schnell an. Dann sah ich durchs Fenster einen Feuerschein. Ich zog die Jalousie hoch und sah meinen Seat Leon lichterloh brennen."

Schockiert konnte er nur zusehen, wie die eingetroffenen Kameraden löschten - sein Auto war nicht zu retten. Durch die Hitze wurde auch der Suzuki Alto seiner Freundin beschädigt. Nieswandt verbrachte eine schlaflose Nacht, in der es noch ein viertes Mal brannte!

Wieder auf seiner Straße unweit einer Polizeistation, diesmal eine gelbe Tonne... "Der Brandstifter ist richtig dreist und unverschämt", ärgert sich Nieswandt.

"Ich vermute, dass mein Wagen gezielt ausgesucht wurde." Stadtwehrleiter Thomas Kriegel (43): "Das will ich nicht glauben. Ich vermute eher einen Zufall. Aber unsere Gefühlslage ist angespannt." Verletzte gab es bislang nicht. Den Zündler jagt jetzt die Kripo.

Dürre oder Zündler? Schon vier Brände im Kamenzer Forst

Schon wieder löschte die Feuerwehr mehrere Brände im Kamenzer Spittelforst.
Schon wieder löschte die Feuerwehr mehrere Brände im Kamenzer Spittelforst.  © xcitepress/rl

Kamenz - Auch in Sachsens Wäldern brannte es über Ostern mehrere Male. Am Sonnabend und Ostermontag rückten Kameraden in den Kamenzer Forst aus. Sie löschten brennenden Waldboden (300 und 400 Quadratmeter) in unwegsamem Gelände.

Im April brannte es in und um den Forst schon viermal. Die Polizei ermittelt. Laut Stadtwehrleiter Volker Lutterberg (49) kam es in der Gegend in den vergangenen Jahren regelmäßig zu Waldbränden. Über Ostern herrschten die beiden höchsten Gefahrenstufen 4 und 5 im Landkreis Bautzen.

Auch in Meißen löschten Kameraden mehrere Feuer im Stadtwald, rund 1000 Quadratmeter Wald verbrannten. Die Kripo ermittelt wegen Brandstiftung, hat zwei Jugendliche im Visier.

Und es wird nicht besser: Vor allem im Norden und Osten Sachsens besteht in dieser Woche weiter hohe Waldbrandgefahr.

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