Kaum Liebesdamen gemeldet: Verpufft das neue Gesetz in Dresden?

Dresden - Vom Treiben in der Nachbarwohnung ahnen oft noch nicht mal die Hausbewohner was: Dresden und das heimliche Geschäft mit der Lust! Bislang florierte die verborgene Prostitution in Wohnungen, doch damit soll jetzt Schluss sein.

Ordnungsamtschef Ralf Lübs (57).
Ordnungsamtschef Ralf Lübs (57).  © Thomas Türpe

Ein neues Gesetz zwingt Sexarbeiter und (Wohnungs-)Bordellbetreiber, sich beim Rathaus anzumelden. An den strengen Auflagen dürften dann viele scheitern ...

Die nackten Zahlen: Das Rathaus geht grob von 400 bis 600 Frauen, 100 Männern und ein paar Ladyboys aus, die "in der Sexarbeit tätig sind". Diese sei "allgemein kaum sichtbar und findet überwiegend in Wohnungen statt".

Das Gesundheitsamt: "Nach unseren Schätzungen gibt es rund 60 bis 100 Wohnungen, in denen Wohnungsprostitution stattfindet." Laut MDR Sachsen kann eine Sex-Wohnung dem Betreiber 3000 Euro pro Monat einspielen.

Neu ist jetzt, dass auch diese versteckten "Wohnungsbordelle" (teils auch in Pensionen und Nagelstudios!) beim Ordnungsamt angemeldet werden müssen!

Erst acht Prostituierte haben sich angemeldet

Das "Eros-Center" an der Hamburger Straße.
Das "Eros-Center" an der Hamburger Straße.  © Ove Landgraf

Grund: Seit Ende Juni gilt das Sächsische Prostituiertenschutz-Ausführungsgesetz (ProstSchG). Betreiber oder Vermieter solcher Sex-Wohnungen brauchen für ihre Gewerbegenehmigung ein Betriebskonzept und müssen strenge Auflagen einhalten: Sex-Räume brauchen ein Notrufsystem, Prostituierte dürfen nicht darin übernachten, auch muss es Pausenräume geben. Der Betreiber selbst darf in den letzten fünf Jahren nicht verurteilt worden sein.

Keine Erlaubnis erhalten Wohnungsbordelle in der Innenstadt oder in Nähe (200 Meter) zu Kirchen, Schulen, Seniorenheimen. Laut TAG24-Information verstoßen viele Wohnungsbordelle gegen diese Anforderungen. Sicher auch ein Grund, warum bislang nicht ein Antrag auf Betriebserlaubnis bei der Stadt gestellt wurde.

Auch haben sich seit der verschärften Regelung erst acht Prostituierte angemeldet. Bereits legal angemeldet waren nur die Bordelle an der Hamburger und Zwickauer Straße. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis zu 10.000 Euro. Da kommt also viel Arbeit auf Ordnungsamtschef Ralf Lübs (57) zu ...

Alle Sexarbeiterinnen und Betreiber von "Wohnungsbordellen" müssen sich jetzt bei der Stadt registrieren.
Alle Sexarbeiterinnen und Betreiber von "Wohnungsbordellen" müssen sich jetzt bei der Stadt registrieren.  © Imago