Kein Geld für neues Domizil im Zoo: Große Sorge um Dresdens Orang Utans

Dresden - Der kleine Zoo-Liebling Dalai (3) schwingt gut gelaunt an den Ästen durch die Orang-Utan-Anlage des Zoos. Doch wie lange noch, ist nicht sicher.

Tierpflegerin Sylvia Pohle (56) mit dem kleinen Dalai (3).
Tierpflegerin Sylvia Pohle (56) mit dem kleinen Dalai (3).  © Thomas Türpe

Wird nicht bald mit dem Bau einer neuen Orang-Utan-Anlage begonnen, muss Dalai weg. Das Problem: Im Haushaltsplan (2019/20) ist der Bau nicht berücksichtigt.

Dalai macht es seinem Papa Toni (27) nach und gibt - so klein er noch ist - laute Geräusche von sich, als sich Besucher vor dem Gehege zeigen. Er wird langsam erwachsen, verteidigt das Revier, tritt damit in Konkurrenz zu Vater und könnte sogar irgendwann seine Mutter Desi (27) decken.

Würde ein neues Orang-Utan-Haus mit moderner Anlage gebaut, wäre genug Platz für einen Extra-Bereich für den Orang-Jüngling. Eine Modernisierung ist ohnehin dringend notwendig. "Die Orangs haben keine Rückzugsorte", sagt Tierpflegerin Sylvia Pohle (56).

Außerdem macht die Enge des 32 Jahre alten Baus Sorge: Die alte Küche ist da das kleinste Problem. Es gibt nicht einmal einen Laufgang, in dem man die Jungfamilie an den beiden Orang-Omas (45, 49) die für sich leben, separat von drinnen nach draußen leiten kann.

Zoodirektor Karl-Heinz Ukena will weiterkämpfen

Sylvia Pohle (56) bereitet das Fressen in der zu kleinen Küche zu.
Sylvia Pohle (56) bereitet das Fressen in der zu kleinen Küche zu.  © Thomas Türpe

Außerdem: "Die Räume innen müssen höher sein und statt Beton braucht es Naturboden und mehr Möglichkeiten der Beschäftigung", sagt Tierpfleger Roman Richter (28).

"Ich hoffe, dass es doch noch mit der Bewilligung klappt. Wir kämpfen weiter", sagt Zoochef Karl-Heinz Ukena (47), der im jetzigen Entwurf mit gerade einmal einer Million Euro bedacht wird, aber für die Affenanlage acht Millionen Euro braucht.

Jetzt ist Geduld gefragt: "Hinsichtlich der Berücksichtigung von Einzelmaßnahmen im neuen Doppelhaushalt können noch keine Aussagen getroffen werden", sagt Stadtsprecher Karl Schuricht (58).

"Voraussichtlich im November 2018 wird der Stadtrat den Haushaltsplan beschließen".

Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (47) hofft, dass der Neubau der Orang-Utan-Anlage doch noch im Haushalt berücksichtigt wird.
Zoodirektor Karl-Heinz Ukena (47) hofft, dass der Neubau der Orang-Utan-Anlage doch noch im Haushalt berücksichtigt wird.  © Thomas Türpe