Hier steht die Hilfsbereitschaft Schlange!

Alle wollten helfen: Insgesamt 3 748 Spender harrten gestern bei Wind und Wetter stundenlang vor der Sporthalle aus.
Alle wollten helfen: Insgesamt 3 748 Spender harrten gestern bei Wind und Wetter stundenlang vor der Sporthalle aus.

Von Uwe Blümel

Dresden - Tausende wollten Samstag den Zwillingen Kenny und Ricky (7) aus Pesterwitz helfen - trotz Regenwetters, kalter Winde und bis zu zwei Stunden Wartezeit! Alle Parkplätze waren dicht, Einfallstraßen zugeparkt. Es gab heißen Tee und kalte Füße.

Eingemummelt in Winterjacken warteten Samstag über 3 500 Spender in einer endlos langen Schlange vor der Turnhalle des SV Pesterwitz. Sie alle wollten ihr Blut testen lassen, um damit den an der Immunschwächekrankheit ALD leidenden Zwillingen helfen zu können.

Die Mannschaft des SV Pesterwitz, in deren Jugendabteilung die Zwillinge spielten, war fast vollständig erschienen. „Die, die nicht kamen, sind schon in der Spenderdatei registriert“, sagte Kapitän Robert Müller (29).

Spendenaktion, damit sie bald wieder gesund werden können: Die Zwillinge Kenny und Ricky (7) wollen Profifußballer werden.
Spendenaktion, damit sie bald wieder gesund werden können: Die Zwillinge Kenny und Ricky (7) wollen Profifußballer werden.

Weil sie gestern noch zu einem Auswärtsspiel zum Dorfhainer SV mussten, gaben die Fußballer einen Wangenschleimhaut-Abstrich ab - mit Hilfe eines Wattestäbchens. Weil ein Typisierungstest 40 Euro kostet, wollen die Jungs auch noch spenden.

Müller: „Da dürfen wir bei der Weihnachtsfeier eben mal nicht so viel trinken.“

Alle anderen Spender ließen sich 5 Milliliter Blut abnehmen. Für Aline Parnitzke (33), deren Sohn im gleichen Fußballverein spielt, war die Blut- und freiwillige 50-Euro-Spende Herzenssache: „Wir haben auch einen Blutkrebsfall in der Familie.“

Max Viehrig (20) kam extra aus Rosenthal-Bielatal (bei Bad Schandau): „Die betroffenen Zwillinge sind sogar weitläufig mit mir verwandt.“

An 15 Stationen in der Turnhalle warteten je zwei Helfer zur Blutentnahme. „Einige Frauen und Männer sind kollabiert, kamen aber mit einem Schluck Wasser wieder auf die Beine“, sagte Dr. Katharina Glashagen (38).

Kleines Bonbon nach dem Aderlass: Torhüter Benjamin Kirsten (28) und Fußballer Thomas Neubert (35) waren zu einer Autogrammstunde gekommen. Auch die beiden DSC-Volleyballerinnen Mareike Hindriksen und Katharina Schwabe waren dabei.

Bilanz der Spendenaktion in Pesterwitz: 3 748 Sachsen ließen sich typisieren. 15 200 Euro Spenden wurden eingenommen.

Riesenandrang in der Sporthalle: Im Dauertakt wurde hier Blut abgenommen - eine Stunde länger als geplant.
Riesenandrang in der Sporthalle: Im Dauertakt wurde hier Blut abgenommen - eine Stunde länger als geplant.

Fotos: Andreas Weihs, privat


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