Erstes Tier in Klotzsche: Der Wolf hat Dresden erreicht!





Im Weixdorfer Revier finden Jäger immer wieder Spuren, die auf Wölfe 
hinweisen.
Im Weixdorfer Revier finden Jäger immer wieder Spuren, die auf Wölfe hinweisen.

Dresden - Einen schlechteren Zeitpunkt hätte sich Isegrim nicht aussuchen können: Ausgerechnet als sich Gerichtsmediziner und Wolfsexperten darüber streiten, ob eine Britin (63) in Griechenland durch Wölfe oder wilde Hunde Zutode kam, taucht der erste sichere Beweis für den Wolf innerhalb der Dresdner Stadtgrenzen auf. Experten rechneten schon länger damit.

„Seit 2011/2012 hatten wir Hinweise auf die Anwesenheit von Wölfen bei in unserem Revier“, sagt Andrzej Krysztofinski (57), Jagdpächter rund um den Ortsteil Weixdorf. „Wir hatten Wildkameras aufgehangen, doch bis jetzt kam kein Foto zustande.“

Bis zum 19. September. „Das Bild ist im Marsdorfer Dreieck entstanden“, so der Jäger. „Das ist etwa 400 Meter vom Flughafen entfernt.“ Auch das Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt.

Jagdpächter Andrzej Krysztofinski (57) sieht in dem Wolfsbesuch bisher kein Problem.
Jagdpächter Andrzej Krysztofinski (57) sieht in dem Wolfsbesuch bisher kein Problem.  © René Weinig

„Wir können aber auf dem Bild nicht erkennen, ob es sich um ein weibliches oder männliches Tier handelt“, sagt Sprecherin Sophia Liehn (28).

„Auch das Alter ist nicht zu erkennen. Es könnte sich um einen Wolf aus dem Laußnitzer Rudel handeln oder auch einen zugewanderten Jungwolf.“

Müssen jetzt Spaziergänger Angst haben? „Eine Wildsau mit ihren Frischlingen ist weitaus gefährlicher“, sagt Sebastian Schmidt (54), Wolfsbeauftragter der Landeshauptstadt. „Ich sehe da keine Gefahr.“

Überrascht ist er von dem Bild nicht: „Wir hatten mindestens vier Sichthinweise aus diesem Gebiet“, so Schmidt. „Ich gehe davon aus, dass der Wolf uns länger besucht.“ Dass sich das Tier aber dort niederlässt, halten alle für unwahrscheinlich: „Das ist eher eine Einzugsschneise aus der Lausitz“, sagt Jäger Krysztofinski.

Wolfsbeauftragter Schmidt: „Es gibt um Dresden noch viel bessere Siedlungsräume für die Tiere, in denen sie weniger gestört werden.“

Die größte Wahrscheinlichkeit auf einen durchziehenden Wolf zu treffen, bestehen laut Schmidt im Schönfelder Hochland, der Region Cossebaude und eben die ländliche Region um Weixdorf.

Das Beweis-Bild! Zum ersten Mal lief ein Wolf im Dresdner Gebiet in eine 
Fotofalle.
Das Beweis-Bild! Zum ersten Mal lief ein Wolf im Dresdner Gebiet in eine Fotofalle.  © Privat AR
Diese Blutlache hinterließ wohl einer der Graupelze.
Diese Blutlache hinterließ wohl einer der Graupelze.

Titelfoto: Privat AR