Ins Koma geprügelter Infinus-Verteidiger Rainer Brüssow ist tot

Star-Anwalt und Infinus-Verteidiger Rainer Brüssow (†69) ist tot. Nach 10 Monaten Wachkoma erlag er seinen Verletzungen.
Star-Anwalt und Infinus-Verteidiger Rainer Brüssow (†69) ist tot. Nach 10 Monaten Wachkoma erlag er seinen Verletzungen.  ©  Matthias Merz/dpa

Dresden/Köln - Trauer im Infinus-Prozess. Star-Anwalt Rainer Brüssow (†69), der einen der Ex-Manager des Finanz-Dienstleisters am Landgericht Dresden vertrat, ist tot.

Er starb am Dienstag an den Folgen eines Überfalls (TAG24 berichtete). Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Der hochgeachtete Wirtschaftsstrafrechtler war Anfang November in der Nähe seines Wohnhauses in Köln überfallen und zusammengeschlagen worden. Dabei erlitt er unter anderem einen fünffachen Jochbeinbruch. Zweimal wurde er operiert, fiel aber ins Koma.

Bis zuletzt hofften die Angehörigen und Weggefährten auf eine Verbesserung seines Zustandes. Leider vergeblich. Rainer Brüssow starb.

„Es macht fassungslos und betroffen“, so der Dresdner Anwalt Michael Stephan, der mit Brüssow im Infinus-Prozess saß. „Schon der Überfall wirkte so unwirklich. Wir hatten doch kurz vorher alle noch zusammen gearbeitet. Er fehlt.“

Auch die Prinzengarde in Köln trauert: Dort war der Jurist, der einst Formel-1-Tycoon Bernie Ecclestone im Schmiergeldprozess vertrat, aktives Mitglied. „Wir sind erschüttert und traurig“, so Prinzen-Sprecher Gerd Wirtz.

Von den Tätern des Überfalls fehlt weiterhin jede Spur. Rainer Brüssow selbst konnte nicht mehr vernommen werden.

Im Infinus-Prozess in Dresden vertrat Brüssow den Angeklagten Kewan Kadkhodai (50). Er wird inzwischen von Ralf Franek und Valerie Banse verteidigt. Den Ex-Managern wird vorgeworfen gut 22.000 Anleger um 150 Mio Euro betrogen zu haben (TAG24 berichtete).

Titelfoto: Matthias Merz/dpa


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