Neustädter Markt in Dresden: Was bleibt vom mühsam erarbeiteten Sieger-Entwurf?

Dresden - Seit Jahren gibt der Neustädter Markt kein gepflegtes Bild mehr ab. Die beiden Brunnen haben ihre besten Jahre ebenso hinter sich, wie die unsanierten Plattenbauten.

Am Königsufer und auf dem Neustädter Markt sollen weitere Gebäude entstehen.
Am Königsufer und auf dem Neustädter Markt sollen weitere Gebäude entstehen.  © Thomas Türpe

Damit sich das ändert, hat die Stadt einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für den Markt und das angrenzende Königsufer durchgeführt.

Der Sieger-Entwurf soll nun durch den Stadtrat bestätigt werden. Darüber informierte am gestrigen Mittwoch Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).

Die geplanten Änderungen werden zuallererst die Autofahrer zu spüren bekommen. Es soll nämlich geprüft werden, ob die Große Meißner Straße und Köpckestraße verändert werden. Eine umfangreiche Verkehrsuntersuchung habe ergeben, dass statt der bisherigen vier Spuren auch zwei überbreite ausreichen würden, erklärt der Baubürgermeister.

Es gebe viel Spielraum, um zu einem schlankeren Straßenzug zu kommen. Grüne und SPD im Stadtrat befürworten die Pläne und fordern den Wegfall der überflüssigen Abbiegespuren.

Eins-zu-eins umgesetzt werden kann der Sieger-Entwurf ohnehin nicht.

Die darin vorgesehene Bebauung des Neustädter Markts soll erst einmal zurückgestellt werden. Allerdings sollen die Brunnen saniert und der Platz durch freiraumplanerische Mittel wie Bäume und Wege umgestaltet werden, kündigt Schmidt-Lamontain an.

Da die Brunnen mittlerweile unter Schutz gestellt worden seien, falle ein Teil der möglichen Bebauung ohnehin weg. Ob eine solche überhaupt notwendig sei, werde man sehen. Südlich der Straßen sollen die Baufelder allerdings auf Basis den Entwurfs weiterentwickelt werden.

Grünes Licht fürs Narrenhäusel

Die Stadt will das Grundstück für das Narrenhäusel (direkt an der Augustusbrücke) verkaufen.
Die Stadt will das Grundstück für das Narrenhäusel (direkt an der Augustusbrücke) verkaufen.  © Neumarkt-Dresden.de

Der Bauausschuss stimmte am gestrigen Mittwoch für den Verkauf des Grundstückes an der Augustusbrücke, an dem einst das Haus des Hofnarren Fröhlich stand, an Bauunternehmer Frank Wießner (45). Allerdings mit einer wichtigen Einschränkung.

Demnach muss Wießner das Aussehen des wieder aufzubauenden Narrenhäusels (historisch exakter Nachbau oder modernere Variante) dem Bauausschuss nochmals zum Beschluss vorlegen.

Jetzt haben Bauherr und Stadt dreieinhalb Jahre lang Zeit, sich über den Kaufpreis für die insgesamt 460 Quadratmeter Land in bester Innenstadtlage zu einigen. Laut Beschluss müssen jedoch mindestens 712.453,98 Euro auf dem Tisch liegen.

Das Narrenhäusel gehörte einst Augusts Hofnarr Joseph Fröhlich (1694 - 1757). Das Palais wurde mehrere Male umgebaut. Im Zweiten Weltkrieg brannte es ab und wurde 1950 abgerissen.

Frank Wießner will so schnell wie möglich bauen. Drei Entwürfe wurden bereits vorgestellt.

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