Dresden plant kostenlosen Nahverkehr, aber die Sache hat einen Haken

Dresden - Bundesweit wurde in den letzten Wochen immer wieder über einen kostenlosen ÖPNV diskutiert. Der wurde mehrheitlich als nicht umsetzbar abgelehnt.

Die Linken planen einen kostenlosen ÖPNV für Jugendliche und Kinder.
Die Linken planen einen kostenlosen ÖPNV für Jugendliche und Kinder.  © Holm Helis

Die Dresdner Linke plant daher einen kleineren, aber ebenso wichtigen Schritt: Bus und Bahn für alle unter 18 sollen kostenlos werden!

"Ich denke ganz stark über einen entsprechenden Antrag nach. Es wäre eben keine Revolution, wie ein komplett ticketloser Nahverkehr, sondern eine Evolution, die aber viel leichter umsetzbar ist", so Martin Schulte Wissermann (46, Pirat, Fraktion Linke). Finanziert werden sollen die Tickets über eine Aufstockung des Zuschusses an die DVB von 40 auf 60 Millionen Euro. Dieser Zuschuss wurde seit weit über zehn Jahren nicht angehoben und muss ohnehin angepasst werden.

Größtes Hindernis: So eine Ermäßigung müsste eigentlich durch den Verkehrsverbund genehmigt werden. Dresden wäre dort auf die Stimmen der Landkreise angewiesen.

Die Idee der Linken: Ähnlich wie beim Sozialticket könnte eine Jahreskarte für unter 18-jährige Dresdner auf Antrag ausgegeben werden.

Hat die Idee ins Rollen gebracht: Martin Schulte Wissermann (46, Pirat, Fraktion Linke).
Hat die Idee ins Rollen gebracht: Martin Schulte Wissermann (46, Pirat, Fraktion Linke).  © Thomas Türpe

Vorteil: Viele Jugendliche fahren jetzt bereits im Schülerverkehr Bus und Bahn auf Antrag kostenlos. Schon dieses Jahr wird die kostenlose Mitnahme von Kindern und Jugendlichen unter der Woche ab 18 Uhr möglich. Soll heißen, es kämen de facto relativ wenige Fahrgäste obendrauf.

Auch die Grünen zeigen sich kompromissbereit. Finanzexperte Michael Schmelich (63): "Das Thema ist in der Diskussion und wir werden zu Ergebnissen kommen." Die SPD äußerte sich nicht.

Der Plan passt jedoch in die bisherige Strategie von Linken, Grünen und SPD, Familien mit Kindern zu entlasten. Die Jahresgebühr für die Bücherei entfiel ebenso wie der Eintrittspreis in städtische Museen.

DVB-Sprecher Falk Lösch (52): "Es ist eine politische Entscheidung des Stadtrates. Sie muss jedoch praktikabel und finanziell untersetzt sein."

"Wir werden zu einem Ergebnis kommen", sagt Grünen-Stadtrat Michael Schmelich (63).
"Wir werden zu einem Ergebnis kommen", sagt Grünen-Stadtrat Michael Schmelich (63).  © Ove Landgraf

Titelfoto: Holm Helis