Gesundheitsamt Dresden schlägt Alarm! Zahl der Krätze-Fälle verdreifacht

Dresden - Das Dresdner Gesundheitsamt schlägt Alarm: In Kitas, Schulen und Altenheimen treten immer häufiger Fälle von Krätze auf. Befragte Hautärzte sprechen von einer Verdreifachung der Diagnosen.

Eine Ärztin zeigt am Bildschirm einen Krätze-Fall. (Symbolbild)
Eine Ärztin zeigt am Bildschirm einen Krätze-Fall. (Symbolbild)  © DPA

Das Amt stützt sich dabei auf mehrere Quellen. Zum einen gibt es Pflichtmeldungen aus Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas oder Schulen.

Allein diese Zahlen alarmieren. Meldeten im Jahr 2015 noch 31 Einrichtungen Krätze-Fälle, waren es 2018 schon 155. Allein im ersten Quartal 2019 folgten weitere 92 Einrichtungen.

Zudem gibt es eine hohe Dunkelziffer. Bei Privatpersonen, die zum Arzt gehen, besteht keine Informationspflicht ans Amt. Um Licht ins Dunkel zu bekommen, befragte die Stadt daher über 20 Hautärzte. Die Angaben der Mediziner lassen nun auf eine annähernde Verdreifachung der Behandlungszahlen schließen.

Die Stadt will jetzt vor allem aufklären. "Krätze ist nicht gleich Unsauberkeit“, so der Leiter des Städtischen Gesundheitsamtes Jens Heimann. Die Krätzemilbe krabbelt bei direktem Körperkontakt von fünf bis zehn Minuten auf die Haut und gräbt sich ein. Distanzierte Kontakte sowie Händeschütteln oder eine Umarmung zur Begrüßung stellen keinen engen Körperkontakt dar.

Begleitet wird die ausgebrochene Erkrankung meist von Juckreiz. Die Behandlung erfolgt mit Cremes und Tabletten. Wäsche und Wohnung müssen zeitgleich zur Therapie der Haut milbenfrei gemacht werden.

Hartnäckig hält sich der Verdacht, der bundesweit zu beobachtende Anstieg an Fällen hinge mit der Flüchtlingswelle zusammen. Mediziner verneinen das, zumal die Fälle auch jetzt noch ansteigen, wo immer weniger Asylbewerber in Gemeinschaftseinrichtungen leben.

Vielmehr habe sich das Erscheinungsbild der Krätze verändert, es ähnelt seit Jahren eher einem Hautausschlag und sei damit schwerer zu diagnostizieren.

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