Hier müssen zwei Mumien zum Gesundheits-Check

Im Krankenhaus Friedrichstadt schoben die Forscher echte Mumien in die CT-Röhre.
Im Krankenhaus Friedrichstadt schoben die Forscher echte Mumien in die CT-Röhre.

Von Hermann Tydecks

Dresden - Gruselige "Patienten" im Krankenhaus Friedrichstadt: Wissenschaftler der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) schoben lebensgroße Mumien in die CT-"Röhre". Die Untersuchung soll die Geheimnisse der seit Tausenden Jahren Verstorbenen lüften.

Behutsam legen die Mitarbeiter vier braune Mumien auf die Untersuchungsliege. Die Verstorbenen stammen aus der Zeit des 7. Jahrhunderts vor Christus bis zum 4. Jahrhundert nach Christus, lebten einst in Ägypten. Zwei von ihnen wurden 1615 in Sakkara nahe Kairo vom Römer Pietro della Valle ausgegraben.

Aus dessen Nachlass kaufte die Mumien August der Starke, brachte sie 1728 von Rom nach Dresden.

Die Auswertung der Computertomografie.
Die Auswertung der Computertomografie.

Heute gehören sie zum Bestand der Skulpturensammlung der SKD.

Mit der Computertomografie lassen sich auf Röntgenbildern Körperschichten abbilden. Damit wollen die Forscher Erkenntnisse über Todesursachen, Krankheiten und Alter gewinnen.

"Ein Leichnam hält einen metallischen Gegenstand in der Hand. Was genau, ist noch unklar", sagt die kommissarische Direktorin der Skulpturensammlungen, Kordelia Knoll. "Ein weiterer Leichnam ist schon ziemlich zerstört innerlich, Knochen fehlen oder sind verschoben."

Die Mumienforscher werden von Experten aus Berlin unterstützt, werten alle Informationen bis 2018 aus.

Dann sollen die Mumien und ihre enthüllten Geheimnisse in der neu eröffnenden Antikensammlung im Semperbau gezeigt werden

Fotos: Steffen Füssel


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0