Wiederaufbau in moderner Form: Er kämpft für ein neues Kugelhaus

Das Kugelhaus am Wiener Platz ist für ihn kein richtiges, weil es zwischen zwei Würfel gequetscht ist. Berndt's Wunschort ist das Neustädter Ufer.
Das Kugelhaus am Wiener Platz ist für ihn kein richtiges, weil es zwischen zwei Würfel gequetscht ist. Berndt's Wunschort ist das Neustädter Ufer.  © Holm Helis

Dresden - Vor 90 Jahren schufen Dresdner im Großen Garten das erste Kugelhaus der Welt. Die Nationalsozialisten erklärten das Meisterwerk zur "entarteten Technik" und ließen es 1938 zerstören. Ein Dresdner will den Frevel rückgängig machen: Andreas Berndt (53), Chef des Kugelhausvereins, kämpft für einen Wiederaufbau in moderner Form.

Der ursprüngliche Platz kommt nicht mehr in Frage. Dort steht heute der Hauptbahnhof der Parkeisenbahn. Berndt träumt von einem Standort am Neustädter Ufer. Keine einfache Rekonstruktion, sondern ein moderner, 25 Meter hoher Globus. "In eine Etage könnte man eine runde, multimediale Bibliothek mit Wörterbüchern aller Weltsprachen unterbringen, dazu ein Weltrestaurant, in die Kuppel einen Ruheraum."

Berndts Problem: "Seit ein Kugelhaus am Wiener Platz gebaut wurde, sinkt der Zuspruch für unsere Idee. Die Menschen denken, jetzt ist das Ziel ja erreicht", sagt Berndt. "Das ist aber kein richtiges Kugelhaus, es wird eingezwängt. Richtig müsste es für sich allein auf einer freien Fläche stehen."

Zum 90. Jubiläum in diesem Jahr wünscht sich Berndt weitere Mitstreiter. Kontakt: Einfach "Kugelhausverein" googeln. Zum 100. Jubiläum soll das neue Kugelhaus stehen.

Andreas Berndt (53) würde neben Frauenkirche und Synagoge auch das Dresdner Kugelhaus gerne wieder aufgebaut sehen.
Andreas Berndt (53) würde neben Frauenkirche und Synagoge auch das Dresdner Kugelhaus gerne wieder aufgebaut sehen.  © Holm Helis

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