Wegen zwei Zentimetern: 700.000 Euro für neues Kulti-Geländer

Christian Hellmund (40), Projektleiter des Architekturbüros „gmp“, zeigt den alten Abstand am Treppengeländer.
Christian Hellmund (40), Projektleiter des Architekturbüros „gmp“, zeigt den alten Abstand am Treppengeländer.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Damit der Konzertsaal des Kulturpalasts künftig hervorragend klingt, wird er momentan radikal umgebaut. Dafür sorgen aktuell Akustikprofis, die am Freitag ihr Klangkonzept präsentierten.

„Wir verengen den Saal an den Seiten“, so Stephan Schütz vom zuständigen Berliner Architektenbüro „gmp“. Margriet Lautenbach Peutz Akustikbüro sagte: „Die Schallreflexionen von der Seite sind enorm wichtig für unser Gehör.“

Den Dresdner Saal wollen die Profis so auf europäisches Spitzenniveau heben. „Dieser Saal wird für Furore sorgen“, ist sich Frauke Roth (48), Intendantin der Dresdner Philharmonie, sicher.

Für einen rund 700.000 Euro teuren Treppenwitz sorgt derweil das alte Geländer im Kulturpalast: Der Sicherheitsabstand zwischen den Geländerstäben reicht nicht mehr aus.

Bei den originalen Geländern aus dem Jahr 1969 beträgt er 14 Zentimeter, nach neuen gültigen Schutzregeln der Bauaufsicht müssen es jedoch 12 Zentimeter sein.

Projektleiter Christian Hellmund vom Architekturbüro bmp meint: „Das könnte man sich sparen, 40 Jahre ging alles glatt.“

Die Bauaufsicht sieht das anders und geht für 700.000 Euro auf Nummer sicher, erneuert das alte Geländer.

Unter der Decke des Kulturpalastes beginnen die Arbeiten für die künftige Schalldecke des Konzertsaales.
Unter der Decke des Kulturpalastes beginnen die Arbeiten für die künftige Schalldecke des Konzertsaales.
Weil die neuen Sicherheitsvorgaben einen engeren Abstand vorsehen, muss das Geländer für rund 700 000 Euro erneuert werden.
Weil die neuen Sicherheitsvorgaben einen engeren Abstand vorsehen, muss das Geländer für rund 700 000 Euro erneuert werden.

Fotos: Marko Förster


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