Dresden vergeigt Kulturhauptstadt 2025: "Sehr enttäuscht und traurig"

Dresden - Nein! Dresden ist raus mit Applaus. Elbflorenz ist im Galopp-Rennen um den Titel Europäische Kulturhauptstadt 2025 gestolpert. Nach der Entscheidung herrscht im Hygiene-Museum, wo Künstler und Stadtvertreter die Video-Übertragung gucken, stille Enttäuschung.

Professor Klaus Vogel (62) ist Direktor des Hygiene-Museums und war Gastgeber im Showroom.
Professor Klaus Vogel (62) ist Direktor des Hygiene-Museums und war Gastgeber im Showroom.  © Thomas Türpe

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (48, FDP) behält die Fassung: "Wir hatten eigentlich ein gutes Gefühl. Schade. Jetzt holen wir kurz Luft und geben weiter Vollgas. Viele Kultur- und Infrastruktur-Investitionen bleiben im Etat. Ich glaube, dass das große Bürger-Engagement weitergeht."

Sein Herzenswunsch ist, dass der geplante Austausch zwischen Dresdner Stadtvierteln und seinen europäischen Partnerstädten trotzdem kommt.

Bewerbungskurator Michael Schindhelm (59) ist in der Live-Schalte "sehr enttäuscht und traurig. Aber es sind gute Synergien entstanden. Ich werde weiter für Dresden da sein".

Hygiene-Museums-Direktor Klaus Vogel (62) sagt als Gastgeber ungläubig: "Wo oder was ist Hildesheim? Wir sind nicht Top Fünf, dumm gelaufen. Stadt, Kultur und uns wird Geld fehlen."

Stadtrats-Fraktions-Chef André Schollbach (41, Linke) wettert: "Eine große Chance wurde vertan. Begonnene Projekte sollen keinen Abbruch erleiden. Dafür setzen wir uns ein."

Aber Landesvater Michael Kretschmer (44, CDU) tröstet und sichert auch den Verlierern Zittau und Dresden (Chemnitz ist weiter) dennoch finanzielle Mittel zu, denn schließlich sei Sachsen ein Kulturland und Kultur läge allen Sachsen am Herzen. Im Januar entscheidet nun der Stadtrat, welche Projekte auch weiter sinnvoll sind und wird die übrig gebliebenen Millionen verteilen.

Trotz dieses kleinen Schocks wird Dresden nicht zur Kultur-Wüste verdorren: Das Stadtbudget für Kultur stieg in den vergangenen fünf Jahren nämlich von 105 auf immerhin 134 Millionen Euro.

Schade, schade, schade! Der Moment der Entscheidung tut uns allen weh.
Schade, schade, schade! Der Moment der Entscheidung tut uns allen weh.  © Thomas Türpe
Gespannt auf die Entscheidung und guter Dinge: Ralf Minge (59, Sportdirektor Dynamo)
Gespannt auf die Entscheidung und guter Dinge: Ralf Minge (59, Sportdirektor Dynamo)  © Torsten Hilscher

Titelfoto: Thomas Türpe

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