Lärm-Prozess: Hat sie vor der Platte zu laut telefoniert?

Dresden - Wer solche Nachbarn hat, braucht keine Feinde. Am Tanneberger Weg in Gorbitz soll Cindy L. (26) so laut telefoniert haben, dass sie wegen Ruhestörung vor den Richter musste. "Die haben im Haus einen Kieker auf mich", so die resolute Arbeitslose.

Cindy L. (26) auf dem Weg zum Richter.
Cindy L. (26) auf dem Weg zum Richter.  © Steffen Schulze

Im Juni reichte es Nachbarin Ellen K. (58): "Seit Tagen war es nachts laut vorm Haus. Immer, wenn die Frau mit ihrem Hund Gassi geht, trifft sie draußen Leute. Zusammen machen sie fürchterlichen Krach."

Laut alarmierter Behörde telefonierte Cindy laut und beleidigend. Weil in Dresden zwischen 22 und 7 Uhr Nachtruhe herrscht, sollte Cindy ein Ordnungsgeld von 40 Euro zahlen. Dagegen wehrte sie sich: "Ich hatte gar kein Telefon. Das war kaputt."

Die Nachbarin dagegen: "Weil ich nicht schlafen konnte, setzte ich mich nach hinten auf den Balkon, um den Krach nicht zu hören." Aber: Weil da ja kein Lärm zu hören war, gilt das nicht als Ruhestörung. Und das kaputte Telefon konnte auch nicht widerlegt werden. Das Verfahren wurde eingestellt. "Aber nehmen Sie sich künftig zurück", warnte der Richter Cindy.

Die Nachbarin erzählte dem Richter: "Wenn sie vorm Haus steht, kommentiert sie alles, was bei uns passiert lautstark. Ob Licht angeht oder aus. Unsere Wohnungstür wurde schon mit Hundekot beschmiert." Der Richter: "Das wurde aber alles noch nicht angezeigt ..."

Im Wohnblock am Tanneberger Weg wird es offenbar nachts mächtig laut.
Im Wohnblock am Tanneberger Weg wird es offenbar nachts mächtig laut.  © Steffen Schulze

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