Trau­ri­ge Pflicht: Dresd­ner Rich­ter müs­sen 2019 den Tod von vier Kin­dern ver­han­deln

Dresden - Im Land­ge­richt Dres­den gibt es auch 2019 zahl­rei­che Pro­zes­se. Al­lein das Schwur­ge­richt be­schäf­tigt sich mit dem Tod von ins­ge­samt vier Kin­dern.

Polizisten vermessen die Fundstelle. Hier wurde der Säugling im Dezember 2017 abgelegt und starb.
Polizisten vermessen die Fundstelle. Hier wurde der Säugling im Dezember 2017 abgelegt und starb.  © Tino Plunert

So liegt die An­kla­ge ge­gen eine jun­ge Mut­ter (30) vor. Am 7. De­zem­ber 2017 fand ein Azu­bi (17) in Nie­der­au am Feld­rand ei­nen to­ten Säug­ling. Die Lei­che des Jun­gen war in Hand­tü­cher ge­wi­ckelt. Die Mord­kom­mis­si­on be­frag­te mehr als 350 Per­so­nen, nahm DNA-Pro­ben, ver­öf­fent­lich­te Fo­tos der Hand­tü­cher.

Ei­nen Mo­nat spä­ter wur­de die 30-Jäh­ri­ge fest­ge­nom­men. Nun soll das Land­ge­richt ein Ur­teil über die Frau fäl­len.

Auch Edu­ar­do A. (55) muss sich ver­ant­wor­ten. Er soll sei­ne bei­den Töch­ter (3, 7) im Juli 2018 ge­tö­tet ha­ben, als die Kin­der bei ihm auf Be­such in Gor­bitz wa­ren.

Weil sie zum ver­ein­bar­ten Zeit­punkt nicht zur Mut­ter (35) ka­men, rief sie die Po­li­zei. Die Be­am­ten fan­den den be­trun­ke­nen Va­ter mit den Lei­chen der Kin­der in der Woh­nung.

Auf eine wei­te­re An­kla­ge war­tet das Ge­richt noch: Im Fall des of­fen­bar tot­ge­schüt­tel­ten Ba­bys von Bühlau wird noch er­mit­telt. Die Mut­ter (23) des drei Wo­chen al­ten Jun­gen hat­te in der Sil­ves­ter­nacht den Not­arzt ge­ru­fen. Für das Kind aber kam jede Hil­fe zu spät. Seit­her wird er­mit­telt, wie ge­nau und vor al­lem durch wen das Baby zu Tode kam.

Die Ju­gend­schutz­kam­mer muss sich mit dem Ex-Prak­ti­kan­ten (24) ei­ner Kita in Strie­sen be­schäf­ti­gen. Er wur­de we­gen schwe­ren se­xu­el­len Miss­brauchs an­ge­klagt, weil er sich an vier Kin­dern ver­gan­gen ha­ben soll.

Machten mit reichlich Randale und Bengalos im Stadion auf sich aufmerksam: Die Mitglieder der Faust des Ostens.
Machten mit reichlich Randale und Bengalos im Stadion auf sich aufmerksam: Die Mitglieder der Faust des Ostens.  © Imago

We­gen ver­such­ten Mor­des wird sich ein Tu­ne­si­er (29) ver­ant­wor­ten müs­sen. Er stach laut An­kla­ge im Streit vor der Scheu­ne in der Neu­stadt auf sei­ne tsche­chi­sche Le­bens­ge­fähr­tin ein.

Bei der 15. Kam­mer liegt seit Ja­nu­ar 2018 eine An­kla­ge we­gen Be­tru­ges. Dar­in wirft der Staats­an­walt ei­nem Dresd­ner (36) vor, mit sünd­haft teu­ren Old­ti­mern ge­han­delt zu ha­ben, das Geld aber schul­dig ge­blie­ben zu sein.

Der ein­schlä­gig Vor­be­straf­te ist al­ler­dings nicht in U-Haft. Da Haft­sa­chen vor­ge­hen, wur­de der Pro­zess we­gen drin­gen­de­rer Ver­fah­ren noch nicht ein­mal er­öff­net.

Und dann ist da noch ein Ur­alt-Ver­fah­ren: ge­gen die "Faust des Os­tens" (FdO). Die An­kla­ge ge­gen die Rä­dels­füh­rer des mut­ma­ß­li­chen Schlä­ger­trupps wur­de schon 2013 er­ho­ben. Auch hier sitzt in­zwi­schen kei­ner der Be­schul­dig­ten mehr in U-Haft.

Die Fol­ge: Die Akte wur­de im­mer wie­der bei­sei­te ge­legt. Kurz vor der Ver­jäh­rung in die­sem Som­mer wur­de die An­kla­ge schnell noch zu­ge­las­sen (TAG24 berichtete). Ein Ter­min steht aber im­mer noch nicht fest.

Titelfoto: Tino Plunert

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