Rechte halten die Nacht über Mahnwache vor Dresdner Landtag

Dresden - Nach den Vorfällen in Chemnitz werden am Dienstagnachmittag auch in Dresden mehrere Demos erwartet.

Am Montag kam es bereits zu Protesten in Chemnitz.
Am Montag kam es bereits zu Protesten in Chemnitz.  © Andreas Kretschel

Um 15 Uhr haben Rechte eine Demo vor dem Landtag angemeldet. Unter dem Motto "Innere Sicherheit - Schützt unsere Familien!" werden hier um die 100 Teilnehmer erwartet. Gut möglich, dass durch die Mobilisierung in den sozialen Netzwerken weitaus mehr Leute anwesend sind.

Auch Gegenprotest hat sich bereits angekündigt. Die Grüne Jugend Sachsen hat zusammen mit Solid Sachsen und Jusos Sachsen eine Demo angemeldet.

14.30 Uhr treffen sich die Teilnehmer unter dem Motto "Kein Platz für rechte Hetze" auf der Devrientstraße, also nur unweit der Rechten-Demo. Dort werden um die 150 Teilnehmer erwartet.

Die Polizei sichert die Demonstrationen ab. Polizeipräsident Horst Kretzschmar: "Wir haben heute die uns vorliegenden Fakten bewertet. Im Ergebnis sehen wir aktuell nur ein geringes Mobilisierungspotenzial. Wir gehen daher von einem ruhigen Einsatz aus."

Update 14.44 Uhr: Die ersten Linken-Demonstranten haben sich getroffen. Noch ist die Lage überschaubar. Die Kundgebung findet unter dem Motto "Kein Platz für rechte Hetze" an der Devrientstraße statt.

Die Linken haben sich 14.30 Uhr getroffen.
Die Linken haben sich 14.30 Uhr getroffen.  © Hermann Tydecks

Update 15.12 Uhr: Auch einige Rechte haben sich für ihre Mahnwache vor dem Landtag versammelt.

Die Lage ist nach wie vor ruhig.
Die Lage ist nach wie vor ruhig.  © Hermann Tydecks

Update 15.44 Uhr: Derzeit demonstrieren etwa 150 Linke, außerdem knapp 40 Rechte.

Update 15.48 Uhr: Rechte Demonstranten sind mit einem Banner zu sehen. Die Stimmung vor Ort ist ruhig.

Rechte Demonstranten mit Banner.
Rechte Demonstranten mit Banner.  © Hermann Tydecks

Update 15.52 Uhr: Die Rede-Beiträge der Rechten fangen an. Etwa 50 Demonstranten sind jetzt vor Ort. Der aktuelle Sprecher hat angekündigt, bis Mittwoch, 12 Uhr mittags, zu bleiben. Bis dahin ist die Mahnwache tatsächlich angemeldet.

Kurz vor 16 Uhr haben die Rechten mit ihren Reden angefangen.
Kurz vor 16 Uhr haben die Rechten mit ihren Reden angefangen.  © Hermann Tydecks

Update 16.21 Uhr: Auch bei den Linken ist die Stimmung nach wie vor friedlich.

Gelegentlich stimmen ein paar Linke Protestgesang an.
Gelegentlich stimmen ein paar Linke Protestgesang an.  © Hermann Tydecks

Update 16.32 Uhr: Jetzt beginnen auch die Linken mit ihren Rede-Beiträgen. Ihr Motto: "Zeichen gegen Rechts setzen".

Aktuell sind mindestens dreimal mehr linke Teilnehmer als rechte bei den Demonstrationen in Dresden.
Aktuell sind mindestens dreimal mehr linke Teilnehmer als rechte bei den Demonstrationen in Dresden.  © Hermann Tydecks

Update 16.40 Uhr: Der zweite Redner bei den Rechten spricht: Er bemängelt, dass die zunehmende Kriminalität noch immer als "Einzelfälle" durchgeht und will wissen, wie lange man die Deutschen, die schon immer "in diesem Land" gelebt haben, "verarscht" werden." Dafür gibt es von den Gleichgesinnten Beifall und "Bravo"-Rufe.

"Wir haben sämtliches Vertrauen in die herrschenden Politiker verloren." Zurückrudern helfe jetzt nicht. Auch Sachsens Ministerpräsident "wird seine Quittung zur Wahl bekommen". Wieder Applaus und "Jawoll"-Rufe.

Update 16.47 Uhr: Das Megafon wird weitergereicht, der erste Redner bei den Rechten ist wieder dran. Er erklärt die Gründe für den Versammlungsort: "An diesem Ort, weil wir hier nah an den Leuten sind, die da mitverantwortlich sind. Nämlich unsere Regierung, die hier in Sachsen sitzt. Und da drüben sitzen die, die an zweiter Stelle mitverantwortlich sind. Das sind die Journalisten, die jeden Tag die Wahrheit verdrehen. Anpassen, so wie es ihnen genehm ist."

Im Folgenden schimpft er über "diejenigen, die hier die Migration verursacht haben" und über die Geflüchteten, die seit 2015 nach Deutschland kommen, weil sie "eingeladen" wurden und "Geld fürs Nichtsmachen kriegen. Unser Steuergeld. Unser sauer verdientes Steuergeld. Bekommen die fürs Nichtstun. Und die haben noch nie gearbeitet zum großen Teil. Das sind auch Leute, die zum Großteil aus nordafrikanischen Gefängnissen sogar stammen. Nicht alle, aber viele."

Update 17 Uhr: Die Rechten fordern "sofortige profilabhängige Personenkontrollen, sofortige massive Ausweisung von Straftätern und abgelehnten Asylbewerbern." Für seine Hauptforderung wird die Stimme des Redners lauter: "Die konsequente Umsetzung des deutschen Rechts."

Zeitgleich bewegen sich etwa 20 linke Demonstranten in Richtung der Rechten. Die Lage bleibt im Rahmen.

Etwa 20 linke Demonstranten sind in Sichtweite der rechten Protestler.
Etwa 20 linke Demonstranten sind in Sichtweite der rechten Protestler.  © Hermann Tydecks

Update 17.09 Uhr: Linker und rechter Protestzug nähern sich langsam einander.

Rechte (vorne) und Linke (hinten) kommen sich näher.
Rechte (vorne) und Linke (hinten) kommen sich näher.  © Hermann Tydecks
Bei den Rechten werden es zunehmend immer weniger Teilnehmer.
Bei den Rechten werden es zunehmend immer weniger Teilnehmer.  © Hermann Tydecks
Auch die Hauptgruppe der Linken vorm Landtag wird zahlenmäßig im Augenblick kleiner.
Auch die Hauptgruppe der Linken vorm Landtag wird zahlenmäßig im Augenblick kleiner.  © Hermann Tydecks

Update 18.36 Uhr: Gegen 18.30 befinden sich noch rund 15 Teilnehmer auf der rechten Mahnwache. Sie haben noch nicht entschieden, ob sie ihren Protest wie zunächst angekündigt auch über Nacht bis Mittwochmittag fortsetzen wollen. Ihnen gegenüber stehen noch rund 50 linke Demonstranten, die zunächst bis 20 Uhr bleiben wollten.

Die Polizei zeigte sich zu diesem Zeitpunkt zufrieden mit dem Demo-Verlauf: "Es ist sehr ruhig geblieben. Selbst verbal gab es nur wenige gegenseitige Provokationen", so ein Sprecher.

Update 19.50 Uhr: Wie die Polizei Dresden inzwischen bestätigt hat, dauert die Mahnwache der Rechten vor dem sächsischen Landtag, die unter dem Motto "Innere Sicherheit - Schützt unsere Familie!" steht, noch an. Zeitweise hätten bis zu 80 Personen teilgenommen.

Außerdem sei es gegen 17.20 Uhr zu einer Spontanversammlung "Nazis widersprechen" am Bernhard-von-Lindenau-Platz, in direkter Hör- und Sichtweite zu der Mahnwache, gekommen. Diese endete gegen 19 Uhr.

Alle Versammlungen verliefen bislang friedlich und störungsfrei. Insgesamt waren knapp 200 Beamte im Einsatz.

Update 22.29 Uhr: Wie die Polizei auf TAG24-Anfrage bestätigt, befinden sich weiterhin noch Teilnehmer der rechten Mahnwache vor dem Landtag. Wie viele es derzeit noch sind, konnte der Sprecher nicht sagen. Unklar ist auch, ob sich die Demonstranten die ganze Nacht dort aufhalten werden.

Titelfoto: Hermann Tydecks


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