Werden sächsische Städte nun fürs Sparen bestraft?

Die Sparkassen geben den Negativ-Leitzins der Europäischen Zentralbank an die Großkunden weiter.
Die Sparkassen geben den Negativ-Leitzins der Europäischen Zentralbank an die Großkunden weiter.

Dresden/Leipzig - "Rette die Million!“ in Sachsens Amtsstuben? Seit die Banken auch in Sachsen bei höheren Einlagen auf Giro-Konten Strafzinsen erheben, müssen Kommunen, Ämter und Behörden ihr Geld in Sicherheit bringen. Das gelingt nicht immer.

Selbst die Sparkassen im Vogtland und im Erzgebirge geben jetzt den Negativ-Leitzins der Europäischen Zentralbank an ihre Großkunden weiter.

So werden Guthaben von über 500.000 Euro auf kommunalen Girokonten mit -0,4 Prozent pro Jahr verzinst.

Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden, welche die so genannten "Verwahrentgelte" bereits im September einführte, beträgt der Grenzbetrag eine Million.

Thomas Weihermüller vom Stadtkassenamt Dresden.
Thomas Weihermüller vom Stadtkassenamt Dresden.  © Thomas Türpe

Sprecher Andreas Rieger: "Wir haben mit jedem betroffenen Kunden gesprochen und auch Übergangsfristen eingeräumt."

So sind keine Kunden abgesprungen, allerdings wurden Mittelabflüsse registriert.

In den Rathäusern muss man jetzt immer pingelig die Kontostände beobachten und notfalls geschickt umbuchen. Thomas Weihermüller vom Dresdner Stadtkassenamt:

"Die liquiden Mittelbestände der Stadt schwanken sehr stark, zudem sind nicht alle Zahlungseingänge exakt planbar." Sowohl Dresden als auch Leipzig haben es bisher immer geschafft, den Strafzins zu umgehen.

Das ist dem Freistaat mit seinen vielen Ämtern, Behörden und Eigenbetrieben nicht ganz gelungen. Stephan Gößl, Sprecher des Finanzministers: "Bei der derzeitigen Marktlage können negative Zinsen nicht vollständig vermieden werden."

Durch weitgehend zentrales Liquiditätsmanagement sollen diese Fälle aber so gering wie möglich gehalten werden.

Bisher sind noch keine Kunden abgesprungen.
Bisher sind noch keine Kunden abgesprungen.