Dieb will Trabi klauen, da greift Marcus sich sein Luftgewehr

Dresden - So ein Trabi ist nicht nur für ältere DDR-Bürger ein Stück des Herzens. Auch jüngere Dresdner lassen nichts auf ihre Pappe kommen. So wie der Leubener Marcus H. (24). Als er mitten in der Nacht mitbekam, wie sich jemand an seinem taubenblauen 601er zu schaffen machte, griff er zur Waffe (TAG24 berichtete). Nun muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob er damit zu weit ging.

Marcus H. (24) würde für seinen Trabi wahrscheinlich alles tun.
Marcus H. (24) würde für seinen Trabi wahrscheinlich alles tun.  © Screenshot/Facebook

"Meine einzigste Liebe", lobt Marcus H. seinen Trabi im Internet. "Treue bis in den Tod!!!" Hätte das mal der einschlägig polizeibekannte Dieb und Betrüger (35) gewusst, der sich um 0.30 Uhr an den Wagen im Niederseidewitzer Weg schlich.

Nachdem er die "Pappe" aufgebrochen hatte, war auch schon Schluss mit dem Raubzug. In seiner Erdgeschosswohnung hatte Marcus mitbekommen, was da direkt vor der Haustür lief, schnappte sich sein Luftgewehr und stürmte zur Rettung.

Mit dem Gewehr drosch er auf den Autodieb ein, schrie dabei laut herum, dass jemand die Polizei rufen solle und hielt den Leichtverletzten fest. Diesen nahm dann tatsächlich die Polizei fest. Allerdings könnte der Wutausbruch auch für Marcus H. Konsequenzen haben: "Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung", sagt Polizeisprecher Stefan Grohme (38).

"Ob das durch Notwehr gerechtfertigt war, muss die Staatsanwaltschaft bewerten." Für den Trabi-Fan galt es aber erstmal, sich um andere Dinge zu kümmern: Noch vor dem Mittag kam die Pappe in die Werkstatt. Der Schaden ist noch unklar.

Im Niederseidewitzer Weg stoppte Marcus einen Trabi-Dieb (35) mit dem Luftgewehr.
Im Niederseidewitzer Weg stoppte Marcus einen Trabi-Dieb (35) mit dem Luftgewehr.  © Norbert Neumann

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