Oh mein Gott! Eine Dresdner Kirche hat plötzlich riesige Risse

Dresden - Beim Blick zur Decke der Leubnitzer Kirche könnte man meinen, es hat ein Erdbeben gegeben. An vielen Stellen ziehen sich zentimeterbreite Risse durch Wände, Bögen und Gewölberippen. Sie sind teilweise so groß, dass Pfarrer Wolf-Jürgen Grabner (58) seine Hand hineinstecken kann.

Einige Risse sind mittlerweile so groß, dass Pfarrer Wolf-Jürgen Grabner (58) seine Hand reinstecken kann.
Einige Risse sind mittlerweile so groß, dass Pfarrer Wolf-Jürgen Grabner (58) seine Hand reinstecken kann.  © Steffen Füssel

Der Grund für die Schäden, die erst in den letzten anderthalb Jahren entstanden sind, liegt tatsächlich im Boden. Der ist nach zwei sehr regenarmen Sommern zu trocken.

"Wir wissen von früher, dass die Kirche auf Tongestein steht. Wenn das austrocknet, schrumpft es", erklärt Grabner.

Das hat nun dazu geführt, dass sich die Südmauer gesenkt und zwei bis drei Zentimeter nach außen bewegt hat.

Um weitere Schäden oder gar ein Einstürzen der Kirche zu verhindern, läuft die Notsicherung. Im Altarraum, der wegen abstürzender Putzteile seit Anfang September gesperrt war, steht seit dieser Woche ein Baugerüst.

Das soll die lockeren Gewölberippen abstützen.

Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Orgelbogen bereits seit einem Jahr durch einen zusätzlichen Holzbogen gestützt.

Unterdessen läuft draußen eine Bohrung, um den Untergrund zu untersuchen.

Das alles hat natürlich seinen Preis. Allein die Notsicherung kostet 320.000 Euro, die zu 70 Prozent durch das Amt für Kultur und Denkmalpflege finanziert werden. Die Kosten für die komplette Sanierung schätzt Grabner auf über zwei Millionen Euro. Deshalb startet im Januar eine große Spendenaktion. Finanzielle Hilfe ist aber bereits jetzt willkommen.

Die Schäden wirken sich auch auf das anstehende Weihnachtsfest aus. Wegen der Sperrungen passen nur noch halb so viele Menschen in die Kirche. Einige Gottesdienste am Heiligabend finden deshalb auf dem Pfarrhof statt.

Die Leubnitzer Kirche ist eine der ältesten Dorfkirchen Dresdens und eine der bemerkenswertesten in Sachsen.
Die Leubnitzer Kirche ist eine der ältesten Dorfkirchen Dresdens und eine der bemerkenswertesten in Sachsen.  © Steffen Füssel
Der Geistliche vor dem bröckelnden Gotteshaus in Leubnitz.
Der Geistliche vor dem bröckelnden Gotteshaus in Leubnitz.  © Steffen Füssel

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