Politiker soll bestraft werden, weil er die Schwulen-Fahne hisste

Für das Hissen der Regenbogenflagge soll Christopher Colditz (25, Linke) 
wegen Amtsanmaßung 150 Euro zahlen. Sophie Koch (24, SPD) hat noch keine Post 
vom Staatsanwalt.
Für das Hissen der Regenbogenflagge soll Christopher Colditz (25, Linke) wegen Amtsanmaßung 150 Euro zahlen. Sophie Koch (24, SPD) hat noch keine Post vom Staatsanwalt.

Dresden - Seit Jahren gibt es Streit, ob zum Christopher Street Day die Regenbogenflagge vor dem Rathaus gehisst werden darf. OB Dirk Hilbert (FDP, 46) hat das stets verboten. Ein Dresdner, der die Fahne dennoch gehisst haben soll, wird jetzt wegen Amtsanmaßung bestraft.

Zur Erklärung: In Dresden entscheidet ausschließlich der OB, welche Flaggen am Rathaus wehen dürfen. Mit Verweis auf die sächsische Verwaltungsordnung hatte Hilbert eine Regenbogenflagge bisher immer abgelehnt.

Am 27. Mai wehte die Flagge gegen den Willen des OB dennoch am Rathaus - Linksjugend und Jusos hatten sie gehisst. Das Rathaus erstatte Anzeige, die Staatsanwaltschaft ermittelte - und will jetzt zumindest einen Schuldigen gefunden haben.

Christopher Colditz (25, Linke) soll wegen Amtsanmaßung bestraft werden und für die Einstellung des Verfahrens 150 Euro an den Verein „Gerede“ (Verein für Schwule, Lesben, Transen) zahlen.

Colditz ironisch: „Ich möchte mich aufrecht bei allen entschuldigen, die das Gefühl hatten, dass ich am 27. Mai der Oberbürgermeister der Stadt Dresden war.“ Die 150 Euro will der Jungpolitiker freiwillig zahlen, ob er den Entscheid der Staatsanwaltschaft akzeptiert, wird noch geprüft.

Ermittelt wird übrigens auch gegen Sophie Koch (24, SPD), die ebenfalls auf dem am 27. Mai gepostetem Bild zu sehen ist. Die SPD-Politikerin hat bisher aber noch keinen Brief von der Staatsanwaltschaft bekommen.


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