Man, wie hast Du Dich verändert! Hier entsteht die autofreie Kesselsdorfer Straße

Dresden - Für die Verkehrsbetriebe ist es die wichtigste - und die gefährlichste Haltestelle außerhalb des Stadtzentrums: Der Umbau der Kesselsdorfer Straße zur Zentralhaltestelle samt Boulevard nimmt Formen an. Im Oktober ist die Trasse dann endgültig für Autos gesperrt.

Der neue Boulevard an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße nimmt Formen an. Die Gleise liegen bereits.
Der neue Boulevard an der Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße nimmt Formen an. Die Gleise liegen bereits.  © Norbert Millauer

Allein im letzten Jahr, bevor der Komplettumbau begann, krachten im rummeligen und unübersichtlichen Haltestellenbereich acht Autos in Busse oder Bahnen.

"Ein negativer Spitzenwert", so DVB-Sprecher Falk Lösch (54). Zwischendrin wuselten pro Tag fast 30.000 Fahrgäste. Auch das ging nie lange ohne Unfälle gut.

Nach langem Kampf hatte der Rat im Jahr 2011 beschlossen, die Haltestelle komplett autofrei zu gestalten. Fußgänger, Radler, Busse und Bahnen teilen sich zukünftig den 350 Meter langen Boulevard, der noch in Richtung Saalhausener Straße erweitert wird.

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Die zwei Autospuren entfallen. Pkw sollen am besten großräumig über Coventrystraße oder Wernerstraße umfahren.

Ein Großteil der Arbeiten ist fertig. Die Gleise liegen, erste Pflasterarbeiten sind erledigt. Alle 23 neuen Fahrleitungsmasten stehen.

Bauarbeiten sollen im Zeitrahmen bleiben

DVB-Chef Lars Seiffert (50, v.l.), Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) und Gunther Hentschelmann (60), Chef der Bausteuerung im Rathaus.
DVB-Chef Lars Seiffert (50, v.l.), Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne) und Gunther Hentschelmann (60), Chef der Bausteuerung im Rathaus.  © Norbert Millauer

Der Aufbau der beiden imposanten Spezialdächer für die Haltestellen beginnt am 5. August. Das Glasdach wird wegen der komplizierten Abstimmung mit den Pflasterarbeiten erst kurz nach Eröffnung der Straßenbahnstrecke fertig.

"Wir bauen einen hochwertigen Platz mit Schatten spendenden Bäumen, Cafés und Bistros im Freien, für diejenigen, die auf ihre Bahn oder ihren Bus warten oder kurz verweilen wollen“, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (43, Grüne).

31 Bäume werden neu gepflanzt. Die Haltestelle bietet Platz für mehrere Busse und Bahnen hintereinander. So kann leichter umgestiegen werden.

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Die Bauarbeiten blieben im geplanten Zeitrahmen, verteuerten sich aber um 1,2 auf nun 7,5 Millionen Euro.

Bagger bereiten den Untergrund vor, damit dann gepflastert werden kann.
Bagger bereiten den Untergrund vor, damit dann gepflastert werden kann.  © Norbert Millauer
Vorarbeiter Patrick Witschas von der Firma Wolf und Mueller arbeitet an der neuen Haltestelle.
Vorarbeiter Patrick Witschas von der Firma Wolf und Mueller arbeitet an der neuen Haltestelle.  © Norbert Millauer
So soll die Haltestelle ab Oktober aussehen.
So soll die Haltestelle ab Oktober aussehen.  © DVB AG/ virtual architects

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