Prozess in Sachsen: Polizei rettet Mädchen (15) vor Kinderehe

Dresden - Er wollte sie sogar heiraten: Abdullwahed K. (22) soll eine Schülerin (15) aus Dresden in seine Wohnung gebracht und dort schlüpfrige Fotos von ihr geknipst haben. Vor Gericht behauptet der Afghane jedoch: "Sie hat das alles freiwillig gemacht!"

Abdullwahed K. (22) auf dem Weg zum Verhandlungssaal im Dresdner Amtsgericht.
Abdullwahed K. (22) auf dem Weg zum Verhandlungssaal im Dresdner Amtsgericht.  © Peter Schulze

Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Anklage ist er im Mai dieses Jahres an der Schule der 15-Jährigen aufgekreuzt, hat sie danach mit zu sich nach Cottbus genommen. Die Eltern des Mädchens gaben noch am selben Abend eine Vermisstenanzeige auf.

Auf einen Hinweis aus dem Freundeskreis des Teenagers rückte die Polizei am Folgetag zur Wohnung des Automechanikers aus. Dort hatte er laut Anklage Sex mit der Minderjährigen.

Außerdem soll er Fotos gemacht haben, auf denen beide halbnackt sind. Zurück in Dresden habe sie sich von ihm trennen wollen. Daraufhin soll er gedroht haben, die Schmuddelbilder zu veröffentlichen.

Danach ist es noch zu einem Treffen von Abdullwahed K. und der Mutter des Mädchens gekommen. Grund: Er bat sie um ihren Segen für eine Hochzeit. "Sie hat aber gesagt, ich passe nicht zu ihrer Tochter."

Liebte die 15-Jährige Abdullwahed K. (22)?

An dieser Schule in der Dresdner Johannstadt holte der Afghane das Mädchen (15) ab.
An dieser Schule in der Dresdner Johannstadt holte der Afghane das Mädchen (15) ab.  © Peter Schulze

Der Anklage nach ist der Afghane einige Tage darauf erneut nach Dresden gefahren, um die Schülerin abzuholen - diesmal mit einer Luftdruckpistole im Hosenbund. Polizeibeamten gelang es jedoch, die beiden abzufangen.

Sie nahmen ihn fest. Vor Gericht gab Abdullwahed K. an, das Mädchen über das soziale Netzwerk "Instagram" kennengelernt zu haben und beteuerte: "Sie schwor auf den Koran, dass sie 18 ist. Und außerdem wollte sie von sich aus mitkommen!"

Die beiden Polizisten, die das Mädchen aus seiner Wohnung geholt hatten, bestätigten diese Aussage: "Zu uns sagte sie, dass sie sich bei ihm wohlfühlt, sogar verliebt in ihn ist." Sie habe in seiner Wohnung bleiben wollen.

"Sie hatte nämlich große Angst vor ihren Eltern und davor, zurück nach Hause zu müssen", sagte eine Kommissarin (22). Der Prozess wird fortgesetzt.

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