Nach fragwürdigem Steimle-Interview: Jetzt reagiert der MDR!

Dresden - Das Interview von Kabarettist Uwe Steimle (55) in der rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF) hat Konsequenzen für den ehemaligen MDR-Polizeiruf-Kommissar. Der MDR hat nun auf Twitter reagiert.

Kabarettist Uwe Steimle (55).
Kabarettist Uwe Steimle (55).  © DPA

Demnach wird das Interview von Steimle "persönlich ausgewertet", denn die Aussage sei für den MDR nicht akzeptabel. Konkret heißt es: "Damit stellt er sich gegen alle, die täglich politisch unabhängiges Programm machen. Wir werden das mit Uwe Steimle persönlich auswerten."

Was war der Auslöser? In besagtem Interview beschimpft der Komiker nicht nur Journalisten, sondern vertritt auch Thesen, die eher aus der Reichsbürger-Szene zu hören sind (TAG24 berichtete).

Wenn es nach Uwe Steimle geht, ist Deutschland ein Besatzungsgebiet der USA: "Die Wahrheit ist eben, dass wir keine eigene Politik haben, weil wir ein besetztes Land sind“, sagt er der JF. Inzwischen wisse jeder, "dass etwa Atlantikbrücke-Mitglied Claus Kleber der Karl-Eduard von Schnitzler der BRD ist, zusammen mit seiner Marionetta Slomka“, schimpft Steimle weiter in dem Interview.

Im >> Interview sagt er weiter: "Wir Sachsen sind vielleicht die letzten Deutschen überhaupt, denn wir haben uns nie vorschreiben lassen, wie wir zu denken haben. Wir waren schon immer freie Geister. Und vielleicht schieben sie uns ja deshalb gerne in eine bestimmte Ecke, weil sie fürchten, wir könnten wieder loslaufen. Diesmal gleich bis Berlin. Zeit wäre es. Der Sachse macht eben ’s Maul auf – das finde ich wunderbar!"

Steimle hatte im Mai 2017 einen hölzernen Fernsehturm mit Halbmond als "Kunstwerk" mit dem Namen "Rischdsche Gunsd" aufgestellt.
Steimle hatte im Mai 2017 einen hölzernen Fernsehturm mit Halbmond als "Kunstwerk" mit dem Namen "Rischdsche Gunsd" aufgestellt.  © Markus Weinberg

In Richtung Bundesregierung schießt der 55-Jährige: "Ich dachte lange, Demokratie heißt, dass die Regierung für das Volk da ist. Irrtum. Jene, die mit der Regierung nicht einverstanden sind, sind wahlweise ‘Rechte’, ‘Nazis’, ‘rechte Nazis’ – oder sie kommen eben aus Dresden."

Zuletzt machte der Dresdner Mime Schlagzeilen als aberkannter Schirmherr der Ökumenischen FriedensDekade.

Die Dekade hatte ihren Entschluss mit der massiven Kritik an der Person Steimles begründet (TAG24 berichtete). Daraufhin gab es eine Petition, dass Steimle Schirmherr bleiben solle.

Auch der Dresdner Fernsehturm liegt Steimle am Herzen: Seine dreidimensionale Kunstaktion zeigte im Februar 2017 den Fernsehturm, auf dessen Spitze je nach Blickwinkel ein Kreuz, ein Davidstern oder ein Halbmond zu sehen war (TAG24 berichtete).


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