Diagnose Brustkrebs! Diese Sächsin geht einen anderen Weg

Im Sommer 2009 wurde bei der heute 61-Jährigen Brustkrebs diagnostiziert.
Im Sommer 2009 wurde bei der heute 61-Jährigen Brustkrebs diagnostiziert.  © Picture Point/Kerstin Kummer

Meissen - Die Meißnerin Annette Brück (61) hat Brustkrebs - und lebt mit ihm. Vor acht Jahren rang sich die Geschäftsfrau dazu durch, auf übliche schulmedizinische Therapien zu verzichten.

Eine sehr private Entscheidung (gegen den Rat ihrer Ärzte!), die sie nicht als Vorschlag an andere verstanden wissen will.

Die Diagnose der Ärzte reißt die Leiterin eines Kunstverlags im Sommer 2009 aus allen Wolken. Sie hört die Signalworte Brustkrebs, bösartig, Operation. Noch bevor die Patientin nachfragen kann, hat sie den OP-Termin in der Tasche. Und verschiebt ihn erst einmal - aus beruflichen Gründen.

Annette Brück rechtfertigt das vor ihrem besorgten Mann Helmut (62) und sich selbst damit, dass es sich um einen langsam wachsenden Tumor handelt, der jetzt achtzehn Millimeter groß ist. Sie beginnt, in sich hinein zu horchen. Sie schreibt zehn Fragen auf und stellt sie den Ärzten. „Ich treffe schon mein ganzes Geschäftsleben lang Entscheidungen. Da soll ich die vielleicht wichtigste einfach in fremde Hände legen?“, begründet sie noch heute ihr Hadern mit der Schulmedizin, ohne sie zu verteufeln.

Annette Brück (61) im Strandkorb. Träume verschiebt sie jetzt nicht mehr auf morgen. Sie stieg aus dem Hamsterrad aus.
Annette Brück (61) im Strandkorb. Träume verschiebt sie jetzt nicht mehr auf morgen. Sie stieg aus dem Hamsterrad aus.

Annette Brück zieht sich zurück, verkriecht sich daheim in den Wintergarten, schläft viel.

Sie liest alles über biologische Krebstherapien und sagt den OP-Termin ab. Verwandte und Freunde sind entsetzt. Ihr Ehemann hat Angst um sie.

Annette Brück stellt radikal auf vegetarische Ernährung um, entgiftet ihren Körper u.a. mit einer dreimonatigen Gemüsediät, verzichtet auf Zucker. Sie unterzieht sich verschiedenen ganzheitlichen Krebstherapien.

In vielen Sitzungen arbeitet sie Konflikte und Schicksalsschläge auf. Dann, nach einem halben Jahr, fängt die Verlagsmanagerin wieder zu arbeiten an. Dosiert, ein paar Stunden am Tag. Träume schiebt sie nicht mehr auf. So fährt sie mit ihrem Mann im Wohnmobil ein Vierteljahr quer durch Amerika.

Nach der Tour trifft sie endgültig die Entscheidung, den seit 1793 in Familienhand befindlichen Kunstverlag zu verkaufen, beruflich loszulassen. Der Tumor, der olle „Gustav“, wie sie ihn nennt, ist nach ihren Angaben auf fünfzehn Millimeter geschrumpft.

Ihr Wille, das Leben mit allen Sinnen wahrzunehmen und zu genießen, wächst dagegen von Tag zu Tag.

Schwitzen gegen Krebs

Tipp: Seien Sie dabei, wenn Ärzte für Frauen Fahrrad fahren. Auf dem Weg von Oslo nach Wien legen die Mediziner am 12. Juli, von 9 bis 10.30 Uhr, Haus 21, auch auf dem Campus der Uni-Klinik einen Zwischenstopp ein.

Mit der Kampagne „Ride 4 Woman“ möchte die Europäische Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (OSGO) Bewusstsein für Vorsorge schaffen.


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