Das ist der wahre Grund, warum Frank Richter die Frauenkirche verlässt

Dresden - Hinter den Kulissen der Frauenkirche brodelt es gewaltig: Im Direktorium wird Einflussnahme durch die Staatsregierung beklagt. Und am 18. April stellt Geschäftsführer Frank Richter (57) seinen Posten zur Disposition.

Frank Richter (l.), Christine von Kageneck und Sebastian Feydt.
Frank Richter (l.), Christine von Kageneck und Sebastian Feydt.  © Holm Helis

Es ist ein wichtiger Tag für Richter und die sonstige Leitungsebene der Kirche. An diesem Tag kommt der Stiftungsrat zusammen. Wichtigster Tagesordungspunkt: Wird Richter für seine Kandidatur zum Oberbürgermeister von Meißen (TAG24 berichtete) freigestellt, beurlaubt, oder geht er ganz.

Richter ist erst seit Februar 2017 Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche. Elf Jahre länger dabei sind seine Co-GFs Sebastian Feydt als einer der hauptamtlichen Pfarrer und Koordinator des geistlichen Lebens mit Friedens- und Versöhnungsarbeit sowie Christine Gräfin von Kageneck als Finanzer.

Richter favorisiert eine unbezahlte Freistellung für die dreimonatige Wahlkampfzeit. Allerdings erwägt er auch einen Aufhebungsvertrag. Denn: Schon länger ist er mit der seiner Ansicht nach noch immer diffusen inhaltlichen Ausrichtung im Gotteshaus unzufrieden.

Erschwerend kommt hinzu, dass er von Landesbischof Carsten Rentzing (50) wenig hält und auch über die Rolle der Landeskirche klagt.

Zudem fühlt er sich durch die Staatskanzlei gegängelt, die jedoch Einflussnahme abstreitet. Auch privat hat er schon neu geplant: "Im Mai ziehe ich von Radebeul nach Meißen", so Richter.


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