Millionen-Verluste! Die Weiße Flotte hat ein Problem

Dresden - SOS bei der Sächsischen Dampfschifffahrt! Der Dauerniedrigpegel der Elbe sorgte 2018 dafür, dass im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr im Fluss war. Die Verluste sind immens.

Werftleiter Falk Naumann (54) und sein Team tauschen auf allen Schiffen die Hilfsdieselmotoren aus.
Werftleiter Falk Naumann (54) und sein Team tauschen auf allen Schiffen die Hilfsdieselmotoren aus.  © Petra Hornig

Mit "Kursänderungen" will die Weiße Flotte gegen etwaige Niedrigstände andampfen. Bis zum Start der Hauptsaison (1. Mai) gibt es zusätzlich zeitlichen und finanziellen Druck: Alle Schiffe erhalten neue Hilfsdieselmotoren.

An 120 Tagen war nur eingeschränktes Fahren möglich, an acht Tagen ging nichts mehr. Rund 30 Prozent weniger Fahrgäste wurden im Vergleich zu 2017 transportiert.

2,2 Millionen Euro Umsatzverlust zeichneten sich bereits im November 2018 ab (2017 waren 916 900 Euro Überschuss erwirtschaftet worden). "Wir haben ein sehr schwieriges Jahr hinter uns. Ich bin trotzdem optimistisch", so Flottenchefin Karin Hildebrand (64).

Das Flotten-Team setzt verstärkt auf Stadt- und Event-Fahrten: Mit Partyfahrten oder Campari-Schippern mit DJ an Bord "trimmt" die Weiße Flotte den Fahrplan.

Wegfallen aber wird die 10-Uhr-Direktfahrt in die Sächsische Schweiz, die Ticketpreise steigen um etwa 5 Prozent.

Idee vom Motorschiff noch immer nicht von Bord

Flottenchefin Karin Hildebrand (64) bleibt optimistisch und hofft auf genug Wasser im Jahr 2019.
Flottenchefin Karin Hildebrand (64) bleibt optimistisch und hofft auf genug Wasser im Jahr 2019.  © Petra Hornig

Nun drückt noch eine weitere Last: Der Austausch der Hilfsdieselmotoren (dienen zur Stromerzeugung) auf allen Dampfern muss aus Emissionsgründen laut EU-Richtlinie jetzt erfolgen. "Sonst können wir 2020 nicht mehr fahren", so Hildebrand.

Kosten: 800.000 Euro. "Das ist auch technisch sehr aufwendig und erfordert Umbauten", so Werftleiter Falk Naumann (54). Dampfer "Meißen" wird bis zum Saisonstart nicht fertig werden und deshalb an der Dampferparade am 1. Mai nicht teilnehmen.

Immerhin: Die Idee eines neuen Motorschiffs ist trotz Krise nicht von Bord. Karin Hildebrand schaute sich "Königin Silvia" (59 Meter) der Weißen Flotte in Heidelberg an.

"Das hätte ich gern", sagt sie. Ihr Traum: Die Bildung eines Freundeskreises, der das Projekt sponsert.

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