Mongolen mit 70 Kilo Heroin erwischt: Heute packt der Zoll im Diplomaten-Prozess aus

Dresden - Sie lassen nichts unversucht. Die Anwälte der beiden Mongolen, die mit 70 Kilo Heroin in Sachsen erwischt wurden, lehnten im Prozess am Dresdner Landgericht die Vorsitzende Richterin wegen Befangenheit ab.

Auf geht's in die neue Runde: Die mutmaßlichen Drogenschmuggler aus der Mongolei auf der Anklagebank.
Auf geht's in die neue Runde: Die mutmaßlichen Drogenschmuggler aus der Mongolei auf der Anklagebank.  © Thomas Türpe

Sie scheiterten. Der Prozess geht heute weiter. Und es könnte für den angeklagten Diplomaten Battushig B. (40) noch viel dicker kommen.

Im Mai 2019 waren der Vize-Konsul aus Istanbul und sein Fahrer Erdenebayar S. (47) in ihrem Diplomaten-Benz an der A17 rausgewunken worden.

Eigentlich können derlei Fahrzeuge nicht kontrolliert werden, aber die Beamten fragten im Auswärtigen Amt, ob der Wagen mit der notwendigen Akkreditierung unterwegs war. War er nicht. So kontrollierte die Polizei den Wagen und stieß im Kofferraum auf 70 Kilo Heroin!

Im Prozess behauptet Battushig B., er sei für den mongolischen Geheimdienst unterwegs gewesen, weshalb seine Verteidiger auch einen "geheimen Prozess", also den Ausschluss der Öffentlichkeit, forderten.

Die Richterin lehnte ab, kassierte prompt einen Befangenheitsantrag. Der Prozess drohte zu platzen. Doch auch der Antrag wurde abgewiesen. Ab Montagmittag wird weiterverhandelt.

Am Vormittag tritt in dem Fall schon das Zollfahndungsamt auf den Plan. Es teilte nämlich mit, dass es das Handy des Diplomaten geknackt hat und heute auslesen kann.

Die Infos auf dem Apple XS können entweder weitere Hinweise geben, die Geschichte des Diplomaten, der im geheimen Auftrag unterwegs gewesen sein will, bestätigen oder weitere Beweise für eine kriminelle Tat ans Licht bringen. Es bleibt spannend.

Titelfoto: Thomas Türpe

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