Eigene Kinder erschlagen: Wollte der Mann seine Töchter nach Mosambik entführen?

Dresden - Der Mord-Prozess gegen Eduardo A. (56) am Landgericht Dresden. Der Mosambikaner soll seine beiden Kinder (3 und 6 Jahre) getötet haben. Er schweigt, also hört das Gericht Zeugen - wie zuletzt einen Mitarbeiter vom Ausländeramt. Ihm zufolge hatte A. eine längere Reise geplant.

Schwere Vorwürfe: Eduardo A. (56) soll seine beiden Töchter ermordet haben.
Schwere Vorwürfe: Eduardo A. (56) soll seine beiden Töchter ermordet haben.  © Ove Landgraf

Wollte sich Eduardo A. mit seinen Kindern etwa nach Mosambik absetzen?

Gut zwei Wochen vor der grausamen Tat sprach der Krankenpflegehelfer im Amt vor, fragte nach dem aktuellen Aufenthaltsstatus seiner Kinder.

Die Mitarbeiter verweigerten die Auskunft.

Denn dort war bekannt, dass sich seine Ehefrau (35) Anfang 2018 nach einem offenbar heftigen Vorfall daheim mit den Kindern ins Frauenhaus geflüchtet hatte.

Laut Umgangsregelung durfte er mit seinen Kindern nur zusammen sein, "wenn er nicht alkoholisiert ist".

Eduardo A., der eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis besitzt, gab im Amt an, "eine längere Reise zu planen".

Daraufhin, so der Zeuge, wurde ihm erklärt, dass die erlischt, wenn er sich über sechs Monate im Ausland aufhält.

Im Amt sei die Begebenheit, die der Verteidiger übrigens bestreitet, Thema einer Besprechung gewesen, weil befürchtet wurde, Eduardo könnte sich mit den Kindern absetzen. Zwei Wochen später waren die Mädchen tot. Laut Anklage erschlug der Vater sie, als sie ihn besuchten.

"Alle, die ihn kennen, fragen sich, wieso das passieren konnte. Er ist doch eigentlich ganz anders", so ein Freund (57) des Angeklagten im Gericht.

Auch eine Kollegin aus der geriatrischen Abteilung einer Klinik beschrieb Eduardo A. als "engagierten, verantwortungsvollen" Mitarbeiter.

Die Ermittlerin der Kripo erinnerte sich allerdings, wie irritiert sie von der "Teilnahmslosigkeit" des Vaters war. Er könne sich nicht vorstellen, seine Kinder getötet zu haben, hatte er ihr erklärt. Der Prozess wird fortgesetzt.

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