Moschee-Anschlag in Dresden: PEGIDA-Redner festgenommen!

Nino K. (30) verlas auf der PEGIDA-Bühne einen Hetzbrief gegen Kanzlerin 
Merkel und soll hinter den Anschlägen stecken.
Nino K. (30) verlas auf der PEGIDA-Bühne einen Hetzbrief gegen Kanzlerin Merkel und soll hinter den Anschlägen stecken.

Leipzig/Dresden - Nach den Sprengstoffanschlägen Ende September auf eine Dresdner Moschee und das Kongresszentrum der Stadt haben Ermittler einen Tatverdächtigen festgenommen.

Wie BILD berichtete, soll es sich dabei um den 30-jährigen Dresdner PEGIDA-Redner Nino K. handeln.

Der Zugriff der Integrierten Ermittlungseinheit Sachsen (INES) erfolgte bereits am Donnerstag. Die Beamten fanden bei zwei Durchsuchungen auch Gegenstände, die zur Herstellung von Sprengstoff genutzt werden können. Gesicherte DNA-Spuren vom Tatort stimmten mit denen des Verhafteten überein, hieß es in einer Mitteilung.

Der Tatverdächtige trat letztes Jahr, am 13. Juli 2015, als Redner bei PEGIDA auf, wurde von PEGIDA-Chef Lutz Bachmann mit den Worten "Einen riesen Applaus für Nino" auf die Bühne am Altmarkt geholt.

Dort wetterte er unter großem Beifall der PEGIDA-Anhänger gegen "kriminelle Ausländer" und Bundeskanzlerin Angela Merkel (62, CDU). Ging seine mutmaßliche Abneigung gegen Ausländer soweit, dass er Sprengstoff-Anschläge auf die Moschee und das Kongresszentrum verübte (TAG24 berichtete)? Auch für die platzierte Sprengstoff-Attrappe an der Dresdner Marienbrücke soll er verantwortlich sein.

Mehr Details sollen im Laufe des Tages veröffentlicht werden, heißt es aus dem Operativen Aberwehrzentrum der Polizei in Leipzig. Am Freitag wurde Nino K. dem Haftrichter vorgeführt, anschließend in die JVA Dresden gebracht.

Update, 13.00 Uhr: Der Leipziger Polizeipräsident Bernd Merbitz teilte mit, dass Nino K. auf einer Baustelle in Hessen festgenommen wurde, wo er gerade auf Montage gewesen sei. Man gehe von ihm als Einzeltäter aus.

Hier spricht Nino K. am 13.7.2015 bei PEGIDA auf dem Altmarkt

HINTERGRUND ZU DEN SPRENGSTOFFANSCHLÄGEN

Eine Woche vor den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden wurden am Abend des 26. September 2016 in der Stadt zwei Sprengstoffanschläge verübt. Auf die Fatih-Moschee in Cotta und das Kongresszentrum am Elbufer.

An der Moschee wurde der Brandsatz an der Wohnungstür des Imams deponiert. Die Familie, die sich zur Tatzeit im Gebäude aufhielt, blieb unverletzt.

Danach waren etliche Zeugen-Hinweise eingegangen. Insbesondere wurde von der Polizei ein Video (siehe unten) veröffentlicht, das einen hageren Mann mit Motorradhelm zeigte, der als Hauptverdächtiger gesucht wurde. War das Nino K.?

Mit diesem Überwachungsvideo vom 26.9.2016 wurde nach dem Täter gefahndet

Der Schaden am Eingang der Cottaer Fatih-Moschee ist deutlich zu erkennen.
Der Schaden am Eingang der Cottaer Fatih-Moschee ist deutlich zu erkennen.  © Roland Halkasch

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