Legendäres Musical kehrt auf die Bühne zurück

Dresden - Das Musical "My Fair Lady" ist für die Staatsoperette so ein bisschen das, was Mozarts "Zauberflöte" für die Semperoper ist: ein Stück, das immer da sein muss. Tatsächlich steht nun, nach zwischenzeitlichen Pausen, die dritte Inszenierung an. Die hat eine mächtige Vorläuferin. Premiere ist am Samstag.

In der 2000er-Fas­sung des Stücks spiel­te Ma­ri­ta Böh­mes Toch­ter Jes­si­ca Glat­te die Rol­le der Eli­za.
In der 2000er-Fas­sung des Stücks spiel­te Ma­ri­ta Böh­mes Toch­ter Jes­si­ca Glat­te die Rol­le der Eli­za.  © Iris Schulz

Es gibt wenige Stücke, die für das Dresdner Theaterleben legendär sind, "My Fair Lady" gehört dazu. Das Legendäre besteht, wie so oft, im Erfolg einer Inszenierung, in der alles stimmte.

Am 30. Oktober 1965, etwas mehr als ein Jahr nachdem Hollywood George Cukors Verfilmung des Stoffes in die Kinos gebracht hatte, fand die ostdeutsche Erstaufführung an der Staatsoperette Dresden statt.

Der Film, der den Stoff weltberühmt machte, bezog sich nicht auf George Bernard Shaws Theaterstück "Pygmalion", uraufgeführt 1913 in Wien, sondern auf das adaptierte Bühnenmusical von Frederick Loewe und Alan Jay Lerner, das von 1956 datiert.

Fritz Steiner inszenierte, die Hauptrollen übernahmen Peter Herden als Professor Higgins und Marita Böhme als Blumenmädchen Eliza Doolittle.

Die Inszenierung stand bis 1978 auf dem Spielplan und erlebte in dieser Zeit 446 Aufführungen, wodurch sie zu einer der erfolgreichsten in der Theatergeschichte der DDR wurde.

Eine Szene aus der Neuinszenierung: Eliza (Olivia Delauré) ist zur Dame geworden, im Hintergrund schaut Higgins (Axel Köhler) auf sie.
Eine Szene aus der Neuinszenierung: Eliza (Olivia Delauré) ist zur Dame geworden, im Hintergrund schaut Higgins (Axel Köhler) auf sie.  © Stephan Floß

Bemerkenswert: Dirigent Karl Heinz Hanike (1921-2013) war nie krank, hatte nie andere Verpflichtungen, leitete sämtliche Vorstellungen.

Die zweite Inszenierung des Stücks (von Georg Immelmann) hatte im Herbst 2000 Premiere und war - mit zweijähriger Zwangspause wegen vorübergehenden Entzugs der Aufführungsrechte - bis 2015 zu sehen.

Wieder mit dabei Marita Böhme, diesmal als Mrs. Higgins, Mutter des Professors, der von Tom Pauls gegeben wurde. Ihre Tochter Jessica Glatte spielte die Eliza. 163 Vorstellungen kamen zusammen.

Nun also die dritte Fassung, inszeniert von Sebastian Ritschel. Diese sieht alternierend Axel Köhler und Marcus Günzel als Higgins, Anna Preckeler und Olivia Delauré als Eliza.

Delauré kennt die Rolle gut, war sie doch in der zweiten Inszenierung alternierende Besetzung zu Jessica Glatte. Pikante Randnotiz: Sie und Marcus Günzel sind auch privat ein Paar (siehe Seiten 6/7). Die musikalische Leitung hat Christian Garbosnik.

54 Jahre nach der triumphalen Erstaufführung ist die "Lady" wieder da. Die Erwartungen sind dementsprechend hoch.

Die Urheber der Legende: Peter Herden und Marita Böhme in der berühmten Inszenierung von 1965.
Die Urheber der Legende: Peter Herden und Marita Böhme in der berühmten Inszenierung von 1965.  © Archiv

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