Rollator für Tochter (2): Dresdens mutigste Mama sucht Weihnachtsengel

Dresden - Seit sie die schlimme Diagnose erhielt, ist für die dreifache Mutter Marie Lorentschk (34) nichts mehr, wie es war. Im Sommer erfuhr die Dresdnerin, dass ihre jüngste Tochter Elena (fast 2) bei der Geburt einen Hirnschaden erlitten hatte.

Die junge Familie braucht jetzt Hilfe: Mutter Marie mit Elena, Miro (3) und Nevena (5).
Die junge Familie braucht jetzt Hilfe: Mutter Marie mit Elena, Miro (3) und Nevena (5).  © Eric Münch

Die Kleine kann nicht gehen oder stehen, kippt einfach um. Jetzt kämpft die junge Familie um Elenas Zukunft - und einen teuren Rollator für die Kleine ...

Mama Marie merkte schon länger, dass mit Elena etwas nicht stimmt. Anders als ihre gesunden Geschwister Miro (3) und Nevena (5) hatte die Kleine schon früh Probleme: "Sie konnte nie richtig sitzen oder krabbeln, zog eher den Popo hinter sich her", erzählt Marie. "Ärzte vertrösteten uns aber, meinten, Elena ist ja ein Frühchen."

Tatsächlich kam sie Dezember 2016 vier Wochen zu früh via Kaiserschnitt zur Welt, musste beatmet werden. Traurige Gewissheit brachte erst ein MRT im Sommer: Wegen des Sauerstoffmangels wurde Elenas Gehirn geschädigt ("infantile Zerebralparese").

Die Folge ist eine Spastik, eine Störung der Muskulatur. "Das ist nicht heilbar", sagt Mama Marie traurig. "Doch mit viel Hilfe und Therapien wird sie vielleicht eines Tages laufen können."

Übt mit Gehhilfen, benötigt einen Rollator: die kleine Elena (fast 2) beim täglichen Training mit Mama Marie Lorentschk (34).
Übt mit Gehhilfen, benötigt einen Rollator: die kleine Elena (fast 2) beim täglichen Training mit Mama Marie Lorentschk (34).  © Eric Münch

Um ihrer Kleinen diese Chance zu wahren, pendelt Marie seit Monaten täglich zwischen Ärzten und Physiotherapeuten. Die Mutter ließ sich auch selbst schulen, um mit ihrer Tochter zu Hause trainieren zu können. "Elena ist zum Glück ein fröhliches Kind, lacht mit jedem. Die Geh- und Dehnübungen machen ihr noch Spaß", sagt Marie und schöpft kurz Hoffnung.

Doch die verfliegt schnell, plagen sie doch Zukunftsängste und Geldsorgen: "Die Krankenkasse bezahlt nicht alle Übungsstunden, auch nicht alle Hilfsmittel. Elena braucht etwa einen Rollator für 700 Euro, damit sie bald eine behindertengerechte Kita besuchen kann. Unser altes Auto ist zu klein und nicht behindertengerecht."

Ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwester an der Uniklinik musste die gelernte Hotelfachfrau wegen Elena unterbrechen. Familienvater und Autofolierer Lynbomir (29) geht von früh bis spät arbeiten. Einen Kredit verwehrte die Sparkasse. Zum ersten Mal ist die Familie auf Hilfe angewiesen: "Bitte helft Elena, die Welt zu erobern", appelliert Marie.

Für Unterstützer hat sie eine Hilfsseite im Internet eingerichtet: www.gofundme.com/elenas-weg-mit-zerebralparese-cerebral-palsy

Die Krankheit verschlingt Unsummen: Diese Spezial-Schuhe für rund 1800 Euro finanzierte die Krankenkasse für Elena.
Die Krankheit verschlingt Unsummen: Diese Spezial-Schuhe für rund 1800 Euro finanzierte die Krankenkasse für Elena.  © Eric Münch

Titelfoto: Eric Münch