Nach Bauarbeiten war das historische Pflaster plötzlich weg: Asphalt-Ärger im Villenviertel

Dresden - Große Teile des Preußischen Viertels sind denkmalgeschützt. Das gilt auch für das dort verlegte, teils extrem holprige Pflaster. Dennoch ließ die DREWAG nach Bauarbeiten eine Asphaltschicht auftragen. Im Rathaus sorgte das für reichlich Ärger.

Stadtrat Torsten Schulze (49, Grüne) stoppte den Denkmalschutz-Frevel.
Stadtrat Torsten Schulze (49, Grüne) stoppte den Denkmalschutz-Frevel.  © Petra Hornig

In dem Villenviertel ist unter anderem "das vorhandene Erscheinungsbild der Straßen, Wege und Plätze einschließlich Ausstattung und Alleenbepflanzung" per Denkmalschutzsatzung geregelt.

Die DREWAG wusste dies, hielt sich bei vorausgegangenen Bauarbeiten aber nicht daran: "Bei der Genehmigung von Leitungsbaumaßnahmen der DREWAG in der Jägerstraße wurde seitens der Denkmalbehörde eine Abstimmung der Oberflächen beauflagt, die jedoch nicht erfolgte", so ein Stadtsprecher.

Eigentlich hätte das Energieunternehmen jetzt sogar die gerade frisch aufgetragene Asphaltschicht wieder abkratzen müssen. "Aus Gründen der Verhältnismäßigkeit wird kein Rückbau gefordert. Ein weiterer Ausbau in dieser Art ist jedoch unzulässig. Sofern die Schwarzdecke bei künftigen Maßnahmen wieder ausgebaut werden muss, ist eine Pflasterung herzustellen", so die Stadt weiter.

Aufgedeckt hatte den Denkmalschutz-Frevel Stadtrat Torsten Schulze (49, Grüne): "Alleen wie in der Jägerstraße sind bundesweit extrem selten geworden, wir müssen sie bewahren."

Bei der Sanierung der Jägerstraße darf kein Asphalt mehr verwendet werden, das vorhandene Pflaster muss wieder eingesetzt werden.
Bei der Sanierung der Jägerstraße darf kein Asphalt mehr verwendet werden, das vorhandene Pflaster muss wieder eingesetzt werden.  © Steffen Füssel

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