Grippe-Erreger im Abwasser: Verbreiten Ratten jetzt die Viren aus der Unterwelt?

Eine Anlage in dem GSK-Werk
für die Herstellung
von Impfmitteln.
Eine Anlage in dem GSK-Werk für die Herstellung von Impfmitteln.  © Ralf Hirschberger

Dresden - Nach dem Abwasser-Skandal im Dresdner Serumwerk bemüht sich das Unternehmen GlaxoSmithKline (GSK) um Aufklärung. Dabei sind viele Fragen offen.

Denn mindestens 13 Jahre lang strömte virenverseuchtes Abwasser aus der Fabrik ungeklärt in die Dresdner Kanalisation (TAG24 berichtete).

Fünf Fragen zum Dresdner Viren-Skandal:

Wie viel Viren-Abwasser ist täglich in Dresdens Kanalisation geflossen?

"Während der Produktionssaison fallen hier arbeitstäglich circa 300 Liter Spüllösung an, die potenziell hochverdünnte biologische Reste enthalten können", so Markus Hardenbicker auf TAG24-Nachfrage. Insgesamt flossen in den Monaten Januar bis August täglich 3000 Liter Abwasser aus den zwei betroffenen Räumen ab.

Welche konkreten Virenstämme sind ins Abwasser geleitet worden?

GSK produziert in dem Impfstoffwerk seit Jahren den jährlich variierenden saisonalen Grippeimpfstoff für aktuell mehr als 20 Länder.

Könnten auch andere Virenstämme ins Abwasser geleitet worden sein?

GSK schließt das aus. "In unserem Impfstoffwerk in Dresden werden ausschließlich Grippeimpfstoffe mit Influenza-Virenstämmen produziert", so Hardenbicker. Die Stadt bestätigt dies auf Grundlage vorliegender Dokumente.

Könnten Ratten und Mäuse aus der Unterwelt die Viren verbreiten?

Nein, Mäuse und Ratten sind laut GSK keine Wirtsspezies von Influenza-Viren. "Eine Infektion von Nagern über das Abwasser ist daher unwahrscheinlich und bisher in freier Wildbahn nicht nachgewiesen", so Hardenbicker. Die Stadt Dresden kommt zum selben Ergebnis.

Gibt’s eine Strafe für das Serumwerk?

Ein Ordnungswidrigkeitsverfahren wird geprüft, die Staatsanwaltschaft Dresden ermittelt.


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