Nach "Hofjude"-Spruch: FDP fordert Scharf zum Rücktritt auf

Dresden - Die Dresdner FDP greift durch. Wegen seines "Hofjude"-Spruches soll FDP-Politiker Stefan Scharf (34, TAG24 berichtete) als Spitzenkandidat für die Stadtratswahl zurücktreten. Zudem hat Scharf freiwillig auf sein Amt als FDP-Vorstand verzichtet.

Stefan Scharf hat sich zur Forderung der FDP bislang nicht geäußert.
Stefan Scharf hat sich zur Forderung der FDP bislang nicht geäußert.  © Holm Helis

Scharf hatte auf Twitter Henryk M. Broder (72), der sich mit AfD-Chefin Alice Weidel (40) fotografieren ließ, als "Hofjuden" bezeichnet. Darüber beriet am Montag bis in die Nacht der FDP-Kreisvorstand.

"Als Ergebnis der Sitzung trat Stefan Scharf als Mitglied des Kreisvorstandes zurück, der Vorstand nahm seine Entschuldigung entgegen und forderte Herrn Scharf auf, sich von der Kandidatur auf Listenplatz 1 im Wahlkreis 3 zur Kommunalwahl zurückzuziehen", lautete die knappe Mitteilung im Anschluss.

Stefan Scharf äußerte sich bisher nicht. Verzichtet Scharf nicht auf seinen Listenplatz, müsste neu gewählt werden.

Update 20.30 Uhr:

Am Abend äußerte sich Scharf gegenüber TAG24 so:

"Ich hatte in den letzten zwei Wochen ausführlich Gelegenheit, die Frage meiner Kandidatur mit vielen Unterstützern in der FDP Dresden zu besprechen. Von der sehr deutlichen Mehrheit wurde mir weiterhin geraten, sie fortzusetzen, weswegen ich mich entschieden habe, Kandidat des Wahlkreises 3 zu bleiben."

Titelfoto: Screenshot Twitter.com/StefanScharf_DD, Holm Helis

Mehr zum Thema Dresden:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0