Nächster Versuch! LED soll Dresdens historische Gas-Laternen retten

Dresden - Sie funzeln bestenfalls, widersprechen den Klimaschutz-Zielen, die Glühstrümpfe werden unter heiklen Bedingungen in Indien gefertigt: Das Rathaus will Gaslaternen eigentlich aus dem Stadtbild verbannen. Dagegen wächst erneut Widerstand - denn die Dresdner lieben ihre Gasfunzeln.

Die alten Gasleuchter in Dresden stehen vor dem Aus. Ein Pilotprojekt soll zumindest die Lampen retten. Foto: Norbert Neumann
Die alten Gasleuchter in Dresden stehen vor dem Aus. Ein Pilotprojekt soll zumindest die Lampen retten. Foto: Norbert Neumann  © Norbert Neumann

Konkret fordern Bürgerfraktion und CDU ein mehrjähriges Pilotprojekt, um die Elektrifizierung von Gaskandelabern mit LED-Technik zu testen. So soll sichergestellt werden, dass zumindest die Laternen erhalten bleiben können.

Zuletzt hatte Straßen- und Tiefbauamts-Chef Reinhard Koettnitz (63) im Mai 2015 auf dem Bauhof einen erfolglosen Mini-Test durchgeführt.

"Mittlerweile hat sich die Technik weiterentwickelt. Es gibt moderne LED-Lichter. Wir wünschen uns einen mindestens zwei Jahre dauernden öffentlichen Test, damit Anwohner ein reales Bild bekommen", so Thomas Blümel (53, Bürgerfraktion).

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Stimmt der Rat zu, müsste die Stadt an Bergmann-, Glasewaldt- und Pohlandstraße im April 2020 mit dem Test starten. Die Kosten von 240 000 Euro würden aus der aufgefüllten Liquiditätsreserve getragen.

Dresden war 1828 nach Freiberg die zweite deutsche Stadt, die Gaslaternen einführte. In den 60er-Jahren leuchteten mehr als 9 000 Kandelaber. Danach ging es abwärts. 2015 waren es noch 1300 historische Leuchter, aktuell sind es nochmals 200 weniger.

Kämpft für die alten Funzeln: Stadtrat Thomas Blümel (53, Bürgerfraktion).
Kämpft für die alten Funzeln: Stadtrat Thomas Blümel (53, Bürgerfraktion).  © Holm Helis

Titelfoto: Norbert Neumann, Holm Helis

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