Eigentümerin reagiert: Nazi-Schmierereien auf Wohnhaus entfernt

Dresden - Die unfreiwillige Geschichtsstunde in Kleinzschachwitz ist vorbei!

Am Morgen waren alle strafbaren Symbole mit schwarzer Farbe übermalt.
Am Morgen waren alle strafbaren Symbole mit schwarzer Farbe übermalt.  © Tino Plunert

In Eile ließ die Eigentümerin des mit Hakenkreuzen und Parolen übersehenen Hauses (TAG24 berichtete) in der Struppener Straße die Symbole übermalen. Ob sie jedoch dafür ohne Ärger davon kommt, muss die Staatsanwaltschaft entscheiden.

Es war der Aufreger im Stadtteil: Seit Ende vergangener Woche prangten plötzlich riesige Hakenkreuze von der Fassade eines alten Einfamilienhauses in Richtung der Struppener Straße.

Auf der Rückseite war die Parole "Heil Hitler" und ebenfalls mehrere Hakenkreuze zu sehen. Schnell wurde das Haus zu einer unfreiwilligen Sehenswürdigkeit. Stadtrat Jens Geschmar (50) rückte an, um sich zu überzeugen, dass die Bilder, die er bekam, keine Fälschung sind. Vor dem Haus sammelten sich Schaulustige, die teilweise sogar aus anderen Städten angereist waren.

Offenbar handelte es sich bei den Sprüchen, um Parolen anlässlich des ersten olympischen Fackellaufs. Dieser kreuzte 1936 die sächsische Landeshauptstadt. Bei Bauarbeiten Ende vergangener Woche wurde eine alte Verkleidung entfernt und die Schriften kamen wieder zum Vorschein.

Das rief am Montag die Polizei auf den Plan, die sofort die Ermittlungen wegen Verwendens Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufnahm. Die Besitzerin versprach sich zu kümmern und sie hielt ihr Wort: Am Morgen waren alle strafbaren Symbole mit schwarzer Farbe übermalt.

"Damit ist die Störung beseitigt", sagt Polizeisprecher Marko Laske (44). "Aber es waren trotzdem Hakenkreuze in der Öffentlichkeit zu sehen gewesen. Das Ermittlungsverfahren dauert an, ob es für den Verantwortlichen Konsequenzen hat, muss aber die Staatsanwaltschaft entscheiden."

Zum Vergleich: So sah das Haus noch am Montag aus.
Zum Vergleich: So sah das Haus noch am Montag aus.  © Ove Landgraf

Titelfoto: Tino Plunert

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