Wieder mehr Flüchtlinge: Krisen in Südamerika und der Türkei erreichen Sachsen

Dresden - Noch immer kommen Tausende Flüchtlinge neu nach Sachsen. Dabei hinterlassen auch weltpolitische Krisen ihre Spuren: Viele Flüchtlinge kommen mittlerweile aus der Türkei und Venezuela.

Die Zahl der Flüchtlinge ist auch in Sachsen drastisch zurückgegangen. Dennoch kommen noch immer Tausende.
Die Zahl der Flüchtlinge ist auch in Sachsen drastisch zurückgegangen. Dennoch kommen noch immer Tausende.  © dpa/Swen Pförtner

In diesem Jahr wurden bis Ende November mit 8 225 wieder mehr Neuankömmlinge in Sachsen verzeichnet: Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 8 070 Asylbewerber, so die Landesdirektion. Daten zu Dezember liegen noch nicht vor. Das ist aber kein Vergleich zu 2015: Damals waren es insgesamt fast 70. 000 Menschen.

Die mit Abstand meisten angekommenen Flüchtlinge stammen aus Syrien (1 093), gefolgt von Georgien (689) und dem Irak (531). Auffällig: Die Türkei liegt mit 472 Asylbewerbern bereits auf Platz sechs der Herkunftsländer im Freistaat.

Ein Fluchtmotiv dürfte die autoritäre Politik von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (64) sein. Erst Freitagnacht entdeckte eine Streife des Zolls vier Türken. Sie waren zu Fuß auf dem Seitenstreifen der A 17 Richtung Dresden unterwegs.

Auf Platz acht folgt bereits Venezuela mit 350 Flüchtlingen. Die Landesdirektion spricht von einem "nennenswerten" Anstieg: 2017 wurden etwa 290 Asylbewerber aus dem südamerikanischen Land verzeichnet.

Dort ist derzeit ein Massenexodus im Gange. Hunderttausende haben bereits ihre Heimat verlassen. Sie fliehen vor einer katastrophalen Versorgungslage - allerdings vor allem in Nachbarländer.

In Sachsen gibt es derzeit 4 280 Betten in den Erstaufnahme-Einrichtungen. Sie sind aktuell zu knapp 45 Prozent ausgelastet. Hinzu kommen noch 1 480 Plätze im "Stand-By-Betrieb".

Derweil hat Sachsen in diesem Jahr bis Ende November 1 869 Menschen abgeschoben. Im gleichen Zeitraum 2017 waren es noch 2 147, so die Landesdirektion.

Die meisten Ausreisepflichtigen stammten zuletzt aus Indien und Pakistan. Die Länder stellen kaum Passersatzpapiere aus.

Vor der Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan (64) fliehen viele nach Deutschland. Auch andere Bundesländer verzeichnen Zuwächse.
Vor der Politik des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan (64) fliehen viele nach Deutschland. Auch andere Bundesländer verzeichnen Zuwächse.  © Burhan Ozbilici/AP/dpa
Ausschreitungen in Venezuela: Wegen der desolaten Lage verlassen viele ihr Land. Einige hundert baten in Sachsen um Asyl.
Ausschreitungen in Venezuela: Wegen der desolaten Lage verlassen viele ihr Land. Einige hundert baten in Sachsen um Asyl.  © Fernando Llano

Titelfoto: dpa/Swen Pförtner

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