Neue Saison am Staatsschauspiel: Wendewoche und ein neuer Shakespeare mit Friedel

Dresden - Die Ereignisse des Herbstes 1989 liegen mitten in der kommenden Theatersaison und haben beim Staatsschauspiel wesentlichen Einfluss auf den Spielplan genommen. Intendant Joachim Klement und sein Team haben ihn gestern vorgestellt, 24 Premieren sieht er vor, zehn davon sind Uraufführungen.

Als Regisseur und Hauptdarsteller: Christian Friedel (40) will mit Shakespeares "Macbeth" an den Erfolg von "Hamlet" (F.) anknüpfen.
Als Regisseur und Hauptdarsteller: Christian Friedel (40) will mit Shakespeares "Macbeth" an den Erfolg von "Hamlet" (F.) anknüpfen.  © Sebastian Hoppe

Der Herbst '89 und seine Folgen seien ein Thema, das unsere Gegenwart in Ostdeutschland wie kaum ein anderes bestimme, sagte Klement. Der Intendant: "Die Aufarbeitung der Nachwendezeit scheint uns dringend nötig, um ausgeblendete oder verdrängte Kränkungen und Ungerechtigkeiten zum Gegenstand zu machen."

Zentral ist die Themenwoche "30 Jahre friedliche Revolution" im Oktober. Die Veranstaltungsreihe beschäftigt sich mit den Geschehnissen am Hause, als unter anderem das Ensemble seine berühmte Resolution verlas, die mit den Worten "Wir treten aus unseren Rollen heraus" begann.

Die Folgen der Wende bestimmen auch zahlreiche Neuproduktionen. So wird Ingo Schulzes Roman "Peter Holtz" ebenso auf die Bühne gebracht wie Lukas Rietschels sächsische Provinz-Chronik "Mit der Faust in die Welt schlagen", mit der die Saison am 13. September eröffnet wird.

Ostdeutsche Gegenwarts-Befindlichkeiten thematisieren zudem die Bürgerbühnen-Produktion "Schuldenmädchen-Report" sowie "Anschluss" von Jaroslav Rudiš. Die "düstere Komödie mit Musik" ist die erste Auftragsarbeit des tschechischen Autors für das Staatsschauspiel.

Weiterhin stehen im Spielplan viele moderne Klassiker: Tschechows "Kirschgarten", Büchners "Woyzeck", Brechts "Mutter Courage", Wedekinds "Lulu" oder Taboris "Mein Kampf".

Christian Friedel wird im kommenden Jahr erstmals am Staatsschauspiel inszenieren: Bei Shakespeares "Macbeth" führt er Regie und wird die Titelrolle spielen.

Titelfoto: Sebastian Hoppe

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