Neue Studie der Genossenschaften: "Sachsen hat kein Wohnungsproblem"

Dresden - Die Entwicklung auf dem sächsischen Wohnungsmarkt wird zunehmend zur Belastung - für die Wohnungswirtschaft und für die Mieter. Das ist das Fazit einer großen Sozialstudie, die der Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften (VSWG) erstellt hat. Die 211 Mitgliedsunternehmen bewirtschaften fast 290.000 Wohnungen im Freistaat.

Allein lebende Rentner sind als Mieter besonders gefährdet. Wehe, der Altbau wird saniert.
Allein lebende Rentner sind als Mieter besonders gefährdet. Wehe, der Altbau wird saniert.  © imago/bonn-sequenz

"Wir haben in Sachsen kein Wohnungsproblem, wir haben ein Einkommensproblem", sagt Axel Viehweger (66), Vorstand des VSWG. Besonders Alleinerziehende und allein lebende Rentner könnten die Gesamtmiete oft kaum aufbringen, nicht einmal die im preiswerten Genossenschaftssegment.

Da müsse dringend gegengesteuert werden: durch "Subjektförderung", also punktgenauer staatlicher Unterstützung der einzelnen Mieter! Vor allem aber müsse eben die Einkommenssituation aller verbessert werden.

Viehweger und sein Verband beklagten zudem ausufernde Auflagen beim Bau von Wohnungen oder bei Sanierungen und Umbauten. Das mache Wohnen teuer. Klimaschutz sei gut und wichtig. "Aber wir können uns nicht nach der großen Weltpolitik richten. Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt, nicht das Gebäude." Inzwischen drohten aber weitere EU-Richtlinien.

Hart ins Gericht ging Viehweger mit "Versprechungen", wonach bei sozial engagierter Wohnungsbaupolitik jeder überall wohnen könne und auch preiswerter Wohnungsbau möglich sei. Beides treffe nicht zu. Viehweger sprach von "Populismus", gerade bezogen auf die neue städtische Wohnungsgesellschaft WiD in Dresden.

Deren "eigentlich sinnvoller und nützlicher" Ansatz drohe ins Gegenteil umzuschlagen, auch weil ihr weder genug Baufirmen oder Grundstücke zur Verfügung stünden.

Große neue, teure Mietwohnungen können sich in Sachsen fast nur Gutverdiener ohne Kinder leisten.
Große neue, teure Mietwohnungen können sich in Sachsen fast nur Gutverdiener ohne Kinder leisten.  © imago/Rainer Berg

Titelfoto: imago/Rainer Berg/bonn-sequenz

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