Neuer Dresden-"Tatort" wird ein Mystery-Thriller

Nossen - Unheimlich sieht es schon aus, das 1872 gebaute Schloss im Nossener Stadtteil Pinnewitz.

Feucht-kalter Drehtag: Cornelia Gröschel (31), Hannah Schiller (19), Karin Hanczewski (37) und Wanja Mues (45, v.l.).
Feucht-kalter Drehtag: Cornelia Gröschel (31), Hannah Schiller (19), Karin Hanczewski (37) und Wanja Mues (45, v.l.).  © Norbert Neumann

Das soll auch so sein: Dort, im Herrenhaus eines ehemaligen Rittergutes, entsteht derzeit der zehnte Dresden-"Tatort" mit dem Titel "Parasomnia", der diesmal ein Mystery-Thriller werden soll.

Die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski, 37) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel, 31) müssen in ihrem vierten gemeinsamen Fall in die versponnene Welt einer verängstigten Tatzeugin vordringen.

Die 16-jährige Thalia (gespielt von Hannah Schiller, 19) überrascht einen Mörder kurz nach der Tat - verdrängt das Gesehene aber. Sie leidet an einer Schlafkrankheit, der titelgebenden Parasomnie, hat Nachtangst, sieht Geister. Nur zu Winkler fasst sie Vertrauen.

Für Cornelia Gröschel Gelegenheit, ihrer Figur neue Facetten zu geben. War Kommissarin Winkler bisher sehr beherrscht und rational, muss sie sich jetzt emotional auf die enge Beziehung einlassen, die das Mädchen einfordert. Gröschel zu TAG24: "Sie wehrt sich, bis sie mitgerissen wird."

Eine persönliche Verstrickung, die bislang Karin Hanczewski zu spielen hatte. Sie sagt: "Ja, diesmal wird meine Kollegin ungewollt zur Vertrauten und ich begleite das."

Neuer Dresden-Tatort soll Mystery-Thriller werden

Bis zum 12. Dezember wird der zehnte Dresden-"Tatort" im morbiden Schloss Pinnewitz gedreht.
Bis zum 12. Dezember wird der zehnte Dresden-"Tatort" im morbiden Schloss Pinnewitz gedreht.  © Norbert Neumann

Das Thema der Schlafkrankheit und Geistererscheinungen ist für die Schauspielerin der besondere Reiz dieses Films: "Für die Kommissarinnen ist es die Schwierigkeit, rauszufinden, was Realität ist und was vielleicht nicht stimmt. Es ist ein Mystery-Thriller." Gröschel ergänzt: "Es geht in die 'Sixth-Sense'-Richtung und wird ziemlich spooky."

Die dafür passende Kulisse hat man nun in Pinnewitz gefunden. Bis Mitte Dezember ist das Herrenhaus von einem meist 30-köpfigen Drehteam belegt.

Besitzerin Mandy Auerswald (37), eine Dresdner Architektin, ist dafür in ein ehemaliges Dienstbotenzimmer im Dachgeschoss ausgewichen. Alles Illusion: Im fertigen Film wird das Spukhaus - vermeintlich - in Dresden stehen.

Dafür wirkt die Aura des Hauses. Hannah Schiller: "Für mich hat es einen Gruselfaktor." So geht es auch dem Schauspieler Wanja Mues (45) der Thalias Vater spielt. Er sagt: "Das marode Haus spiegelt eine marode Familie wider, darum ist die Kulisse so wichtig."

Mues hätte lieber mehr in Dresden gedreht, da sein Vater von dort stammte. Aber für ihn ist das "Tatort"-Engagement ohnehin ein Geschenk: "Ich habe lange Zeit Ermittler gespielt, zum Beispiel in 'Stubbe'. Jetzt macht es Spaß, mal wieder auf die andere Seite zu wechseln." Denn irgendwann würde sich im Film die Frage stellen, ob nicht er, als Vater, die eigentliche Gefahr sei.

Wie beim Horror-"Tatort: Das Nest" hat erneut Erol Yesilkaya das Drehbuch geschrieben. Wird "Parasomnia" also ähnlich düster? Karin Hanczewski: "Es ist ein anderer Film, aber man merkt, dass er aus der gleichen Feder kommt. Ich glaube, das wird wieder sehr, sehr spannend."

Titelfoto: Norbert Neumann

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