Dresdens neuer Stadtrat: Angrillen und Klimanotstand

Dresden - Dass es im Stadtrat heiß hergeht, ist in Dresden nichts besonderes. In der ersten Sitzung des neuen Gremiums beschränkte sich die Hitze am Donnerstag allerdings auf die Grills im Hof des Rathauses. Während drinnen noch getagt wurde, brutzelten dort über der glühenden Holzkohle bereits unzählige Steaks und Würste.

Ab sofort geht's im Stadtrat um die Wurst: Hier serviert OB Dirk Hilbert (47, FDP) freudestrahlend CDU-Kollege Mario Schmidt (44) sein Abendessen.
Ab sofort geht's im Stadtrat um die Wurst: Hier serviert OB Dirk Hilbert (47, FDP) freudestrahlend CDU-Kollege Mario Schmidt (44) sein Abendessen.  © Steffen Füssel

Die Speisen konnten bereits nach etwa anderthalb Stunden in die Mägen der Räte wandern, nachdem drinnen die meisten Punkte von der Tagesordnung genommen worden sind.

Somit wurde in der Ratssitzung lediglich beschlossen, dass den Ausschüssen künftig 16 Mitglieder angehören und wie der Jugendhilfeausschuss besetzt wird.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (47, FDP) zeigte sich enttäuscht, dass der Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung nicht beschlossen werden konnte. In dem geht es unter anderem um die Regeln in dem Gremium. Er habe gehofft, dass dieser Beschluss ein guter Beginn sei, so Hilbert.

Weil noch Beratungsbedarf bestehe, wurde dieser jedoch an den Ausschuss für Allgemeine Verwaltung verwiesen.

In seiner Eröffnungsrede plädierte er für ein gutes Miteinander in den kommenden fünf Jahren. In denen komme es ohnehin auf Kompromisse an, weil sich jede Partei beziehungsweise Fraktion für ihre Vorhaben weitere Partner suchen müsse.

Sie reichten den Eilantrag zum Klimanotstand ein: Martin Schulte-Wissermann (48, Piraten, l.), Manuela Graul (56, Freie Bürger) und Max Aschenbach (34, Die Partei).
Sie reichten den Eilantrag zum Klimanotstand ein: Martin Schulte-Wissermann (48, Piraten, l.), Manuela Graul (56, Freie Bürger) und Max Aschenbach (34, Die Partei).  © Steffen Füssel

Noch bevor der erste Stadtrat das Wort ergriffen hat, mahnte der OB, das Rederecht nicht zu missbrauchen.

Hilbert stellte klar: "Ich werde nicht tolerieren, dass das Rednerpult zur Hetze gegen Andersdenkende und Herabwürdigung bestimmter Bevölkerungsgruppen missbraucht wird." Dafür erntete das Stadtoberhaupt Applaus.

So harmonisch wird es wohl nicht lange bleiben. Auf Anregung der drei Stadträte Martin Schulte-Wissermann (48, Piraten), Maximilan Aschenbach (34, Die Partei) und Manuela Graul (55, Bündnis Freie Wähler), wurde von der SPD nämlich ein Eilantrag eingereicht, dass die Stadt den Klimanotstand ausrufen solle.

Dieser muss damit in der nächsten Sitzung am 26. September diskutiert werden. Was das für künftige Grillfeste im Rathaus bedeutet, bleibt abzuwarten.

Glühende Atmosphäre gab's nur am Grill im Rathaushof. Die erste Sitzung dagegen verlief in geordneten Bahnen.
Glühende Atmosphäre gab's nur am Grill im Rathaushof. Die erste Sitzung dagegen verlief in geordneten Bahnen.  © Steffen Füssel
Seid bereit, immer bereit! Der Grüne Johannes Lichdi (55) meldet sich gehorsamst im Stadtrat zurück.
Seid bereit, immer bereit! Der Grüne Johannes Lichdi (55) meldet sich gehorsamst im Stadtrat zurück.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel

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