Jetzt werden die Busse auf dem Neumarkt abgebaut

Am Dienstagmorgen fuhren Kräne auf den Neumarkt. Der Abbau der Busse hat begonnen.
Am Dienstagmorgen fuhren Kräne auf den Neumarkt. Der Abbau der Busse hat begonnen.  © Tino Plunert.

Dresden - Am Dienstag haben die Busse auf dem Neumarkt ausgedient. Die wohl umstrittenste Kunst-Aktion, die Dresden in den letzten Jahren erlebt hat, wandert nun nach Berlin. Auf dem Neumarkt rückten gegen 6.00 Uhr Kräne an, begannen mit dem Abbau der drei Busse vor der Frauenkirche.

Seit dem 6. Februar bestimmten sie das Bild auf dem Neumarkt mit, der Aufbau war von Protesten geprägt.

Es folgten hitzige Debatten, Demonstrationen, Plakate der rechten "Identitären Bewegung" und Morddrohungen gegen OB Hilbert: Das "Mahnmal" auf dem Neumarkt sorgte für Zündstoff. Zeitweise stand es sogar täglich unter Polizeischutz.

Nun wandern die "Schrott-Busse", die Bürger und Touristen direkt mit der Kriegssituation im syrischen Aleppo konfrontieren und ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit setzen sollen, nach Berlin. Vorher werden sie jedoch in Dresden zwischengelagert.

In Berlin sollen sie vor dem Maxim-Gorki-Theater aufgestellt werden (TAG24 berichtete). Als Teil des Berliner Herbstsalons, an dem der syrische Künstler Manaf Halbouni (32) schon zum zweiten Mal teilnimmt, werden sie dort das Bild bestimmen.

Das Ende eines umstrittenen Kunstwerks. Im strömenden Regen beginnen die Kräne mit ihrer Arbeit.
Das Ende eines umstrittenen Kunstwerks. Im strömenden Regen beginnen die Kräne mit ihrer Arbeit.  © Tino Plunert

Am Sonntag fand ein Bürgerforum im Lichthof des Verkehrsmuseums statt.

Auch OB Hilbert (45, FDP) war dabei. Der Dresdner OB sah sich nach der Aufstellung der drei Busse zahlreichen Drohungen ausgesetzt, stand ebenfalls unter Polizeischutz. Bis zuletzt hatte er die Installation verteidigt.

Auch Christiane Mennicke-Schwarz, verantwortliche Leiterin des Kunsthaus Dresden, zog ein Fazit: „Das 'Monument' hat zu einer wichtigen Verständigung über Zukunftsfragen beigetragen. Dass dies durch ein Kunstwerk bewirkt werden konnte, macht uns außergewöhnlich dankbar. Auch das Vertrauen und der Dank, den viele Bürger uns entgegengebracht haben, die vielen persönlichen Botschaften vor Ort haben hierzu beigetragen. Dies war ein sehr intensiver Prozess, der weit über Dresden hinaus wirksam geworden ist. Dresden hat mit dem 'Monument' Menschen überall in der Welt bewegt."

"Viele Menschen sind einander vor dem Kunstwerk neu begegnet. Die vielen Gespräche vor Ort werden wir noch lange in unserer Erinnerung behalten.“

Bis alle drei Busse und deren Fundamente abgebaut sind, werden Stunden vergehen. Die Abbaumaßnahmen sind bis circa 16.00 Uhr geplant.

Das Ende eines umstrittenen Kunstwerks. Im strömenden Regen beginnen die Kräne mit ihrer Arbeit.
Das Ende eines umstrittenen Kunstwerks. Im strömenden Regen beginnen die Kräne mit ihrer Arbeit.  © Tino Plunert
Das "Mahnmal" wandert von Dresden direkt vor das Maxim Gorki Theater in Berlin.
Das "Mahnmal" wandert von Dresden direkt vor das Maxim Gorki Theater in Berlin.  © Tino Plunert
Das Bus-"Mahnmal" auf dem Neumarkt spaltete die Bevölkerung. Zeitweise musste es rund um die Uhr bewacht werden.
Das Bus-"Mahnmal" auf dem Neumarkt spaltete die Bevölkerung. Zeitweise musste es rund um die Uhr bewacht werden.  © DPA

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