Familiendrama in Dresden: Der Todesvater Laurent F. hatte mal ein Herz für Kinder!

Dresden - Man mag es im Angesicht des schrecklichen Verbrechens kaum glauben. Aber Todesvater Laurent F. (55) hat auch ein Herz für Kinder.

Einfach unfassbar: Warum nur mussten Leo (†5) und Maya (†2) sterben?
Einfach unfassbar: Warum nur mussten Leo (†5) und Maya (†2) sterben?

Oder besser hatte: Vor 16 Jahren engagierten sich sogar viele Menschen für ihn, weil er einem Jungen uneigennützig geholfen hatte und dafür verurteilt worden war.

Es geschah seinerzeit im McDonald's in Nickern. Ein Gast fühlte sich von lärmenden Kindern gestört, stieß einen geistig behinderten Jungen (5) so heftig, dass er stürzte und sich den Schädel prellte.

Laurent F. beobachtete die unglaubliche Szene, schnappte sich den Wüterich und wollte ihn festhalten, bis die Polizei kommt. Dabei gab er ihm wohl auch eine Ohrfeige. Für diesen Schlag wurde er später im Amtsgericht zu 450 Euro Strafe verurteilt.

Immerhin: Die Schelle für den fiesen Kinderschubser brachte Laurent F. damals viele Sympathien ein. Zahlreiche Dresdner spendeten sogar für den hilfsbereiten Franzosen, damit er Strafe und Prozesskosten bezahlen konnte.

Allerdings: Wenige Monate nach dem Vorfall stand der Koch erneut vor Gericht. Diesmal wegen Brandstiftung, die einen Versicherungsbetrug ausgelöst haben soll...

Familiendrama in Dresden: Am Donnerstag soll Laurent F. seine Kinder getötet haben

Hier wird Lauren F. dem Haftrichter vorgeführt.
Hier wird Lauren F. dem Haftrichter vorgeführt.  © Ove Landgraf

Am Donnerstag soll der 55 Jahre alte Franzose mit seiner Ex Marieta F. (26) in seiner Wohnung an der Stetzscher Straße heftig gestritten haben. Die beiden sind zwar verheiratet, leben aber getrennt. Dann nahm das schreckliche Familiendrama seinen Lauf.

Anwohner bekamen den heftigen Streit der Eltern mit, riefen die Polizei. "Die alarmierten Beamten machten dann eine traurige Entdeckung, fanden die beiden Kinder leblos in der Wohnung", so ein Polizeisprecher.

Der kleine Leo (5) war bereits tot, Maya (2) erlag Stunden später ihren Verletzungen. Vorm Wohnhaus fanden die Beamten die verletzte Mutter der Kinder (TAG24 berichtete).

"Der Tatverdächtige wurde in der näheren Umgebung gestellt", teilt der Sprecher mit. Der Franzose verbrachte die Nacht in Gewahrsam (Schießgasse), ein Richter erließ am Freitagnachmittag Haftbefehl.

Die Mordkommission sicherte Blutspuren an den Hauswänden, der Wohnung, untersuchte auch die Mülltonnen genau.

Zum Ablauf der Tat und der Beweggründe schweigen Polizei und Staatsanwaltschaft

Die Spurensicherung bei der Arbeit. Sogar an der Hauswand des benachbarten Gebäudes fanden sich Blutspuren.
Die Spurensicherung bei der Arbeit. Sogar an der Hauswand des benachbarten Gebäudes fanden sich Blutspuren.  © Ronald Bonß

Zu Ablauf und Motiv der Tat hüllen sich Staatsanwaltschaft und Polizei in Schweigen. Nachbarn beschrieben den mutmaßlichen Mörder (spricht gut Deutsch mit leicht französischem Akzent) als "netten, freundlichen, hilfsbereiten Mann, der gerne viel redete".

"Er konnte aber auch aufbrausend sein, ich hörte ihn auf seiner Dachterrasse auch mal lauter schimpfen", so Nachbar Wolfgang M. (63).

Offenbar war sein großer Lebenstraum in den letzten Jahren zerbrochen. Seit rund zehn Jahren lebte er in dem zweigeschossigen Altbau.

"Er hatte sich immer einen Jungen gewünscht", so eine Nachbarin. Demnach reiste er vor einigen Jahren nach Afrika, heiratete dort die französischsprachige Marieta aus dem Senegal und kam mit ihr zurück. "Stolz zeigte er uns sein Baby, den Jungen", erinnert sich die Nachbarin. Später kam Maya zur Welt.

Die Mutter schrieb aus dem Krankenhaus: "Meine Kinder sind tot"

Die Mordkommission hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.
Die Mordkommission hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen.

Doch vor etwa zwei Jahren gab es einen Bruch im Lebenslauf.

Die Polizei war im Haus, danach zog die Frau mit den Kindern aus, war nur noch hin und wieder auf Besuch da", so ein Nachbar.

Der gelernte Koch soll zunehmend auch in finanzielle Schwierigkeiten geraten sein. Seit 2006 gehörten dem Chef einer Bausanierungsfirma Immobilien, die er abstoßen musste.

Auch sein eigenes Wohnhaus, worin er zuletzt zur Miete wohnte. Er soll sich auch zunehmend abgeschottet haben, plauderte kaum noch wie einst mit Nachbarn.

Ob sich der Vater gegenüber den Ermittlern bereits äußerte, wollte die Staatsanwaltschaft gestern nicht bestätigen. Die verletzte Mutter wird im Krankenhaus behandelt. Einer Freundin schrieb sie in der Nacht: "Meine Kinder sind tot."

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