Auf seinem Grundstück finden bald Tote ihre letzte Ruhe

Georg Prinz zur Lippe (60) stellt 77 Hektar seines Reviers für den "FriedWald" in Niederau zur Verfügung.
Georg Prinz zur Lippe (60) stellt 77 Hektar seines Reviers für den "FriedWald" in Niederau zur Verfügung.  © Steffen Füssel

Dresden - Zu Füßen eines Baumes die letzte Ruhe finden. Wem dies ein tröstlicher Gedanke ist, der kann sich im Wald von Georg Prinz zur Lippe (60) beisetzen lassen - im am Freitag eröffneten „FriedWald“ nahe dem Waldbad in Niederau.

„Seit 2009 habe ich das Projekt verfolgt, aber erst realisiert, als der Bischof seine Zustimmung gegeben hat“, erklärt der Prinz.

77 Hektar Wald hat er für die Urnen-Begräbnisse vorgesehen, mit Andachtsplatz und Waldpfad hergerichtet.

Doch der Prinz schaufelt nicht selbst die Gräber.

Bewirtschaftet wird der Wald von der FriedWald GmbH, die seit 2001 deutschlandweit 60 Bestattungswälder bewirtschaftet, fast 90.000 Urnen der Natur übergeben hat.

So könnte ein Musterbaum aussehen. Ein Basisplatz kostet 490 Euro.
So könnte ein Musterbaum aussehen. Ein Basisplatz kostet 490 Euro.  © Steffen Füssel

Niederau ist der 61. Standort - mit 278 Begräbnisbäumen (u.a. Eichen, Buchen, Lärchen) und drei FriedWald-Förstern.

„Wir erklären die Bestattungsmöglichkeiten, helfen beim Baumaussuchen, heben den Boden für die biologisch abbaubare Urne aus, begleiten die Beisetzung, bedecken das Grab“, erklärt Försterin Yvonne Kroitzsch (45).

Ein Basisplatz (ohne Baumauswahl) ist schon ab 490 Euro zu haben. Familienbäume für bis zu zehn Urnen kosten 3350 Euro. Wichtig zu wissen ist: In einem FriedWald dürfen - um die Naturnähe zu wahren - keine Blumen, Kerzen oder Erinnerungsgegenstände abgelegt werden.

„Für mich“, gesteht Georg Prinz zur Lippe, „wäre eine Beisetzung im Wald nichts. Aber es ist schön, anderen Menschen einen Ort zur Trauer anbieten zu können.“

Die FriedWald-Förster: Thomas Koitzsch (47), Johannes Geiger (40) und Yvonne Koitzsch (45, v.l.) an einem Mustergrab.
Die FriedWald-Förster: Thomas Koitzsch (47), Johannes Geiger (40) und Yvonne Koitzsch (45, v.l.) an einem Mustergrab.  © Steffen Füssel

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